25. Oktober 2007

Rubrik: “Was macht eigentlich…?”

Filed under: Hochschulpolitik — FloP @ 13:15

Heute: RCDS an der Uni Regensburg e.V.

Was der RCDS genau ist, wurde ja schonmal in einem Artikel dargestellt. Aber für was setzen sich die selbsternannten Vertreter der zukünftigen bayerischen Leistungselite nun konkret an der Uni Regensburg ein?

Thema Studiengebühren

Der RCDS Regensburg findet Studiengebühren gut. Studiengebühren verstärken in den Augen des RCDS nicht die soziale Auslese an den Hochschulen sondern tragen angeblich dazu bei, die Austattung an den Universitäten zu verbessern. Es geht dem RCDS nicht darum, ob Studiengebühren überhaupt sinnvoll sind, sondern wie und wo diese eingesetzt werdern. Die NZ stellte dazu fest: “Der CSU-nahe Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) hat sich als erste Studentenorganisation aktiv für Studiengebühren ausgesprochen. Zum Sommersemester 2007 müssen Studenten an Fachhochschulen zwischen 100 und 500 Euro, an Universitäten zwischen 300 und 500 Euro bezahlen.” Nachdem der RCDS mehrheitlich die StudentInnen vertritt, die sich die Studiengebühren problemlos leisten können… kein Wunder. Zumindest denk man das, ABER: Die Umfrageergebnisse auf der Internetseite des RCDS Regensburg beweisen, dass der RCDS wirklich keine Ahnung davon hat, was StudentInnen bewegt:

Thema Gewerkschaften

Hier zeigt der RCDS Regensburg eine Mischung zwischen Ahnungslosigkeit und Ignoranz. In einem Antrag an den studentischen Konvent forderte der RCDS Regensburg:

Der Studentische Sprecherrat hat unverzüglich den AK Gewerkschaften abzuschaffen.” Mit der Begründung: “Die Aufgaben und die finanzielle Mittelverwendung des Sprecherrats sollen gemäß Art. 69 Satz 1 BayHSchG und Art. 68 Satz 4 BayHSchG (gemäß Art 52 Satz 4 BayHSchG vom 23.05.2006) für die Belange der Regensburger Studenten eingesetzt werden. Dies ist bei einem Arbeitskreis der nicht für Studentische Zwecke tätig ist nicht erkennbar. An der Universität Regensburg gibt es nun mal keine Gewerkschaften und folglich auch keine Studenten die dort Mitglied sind und sich Unterstützung seitens des Sprecherrates erhoffen.”

Das es in Deutschland die GEW gibt, scheint der RCDS offensichtlich verschlafen zu haben. Auch in Regensburg gibt es natürlich MitarbeiterInnen und StudentInnen, die auch bei der GEW organsiert sind. Der Hintergrund für derartiges ist vermutlich die grundsätzlich gewerkschaftsfeindliche Einstellung des RCDS.

Thema AStA

Der RCDS hat ein Problem mit dem AStA. Ideologisch sowieso, aber auch begrifflich. So forderte der RCDS in einem Antrag: “Mit Wirkung des 25.11.2006 sollen alle Veröffentlichungen des Sprecherrats der Universität Regensburg die die fälschliche Bezeichnung „AStA“ bzw. „Studentenparlament“ enthalten durch die seit 1973 im Bayerischen Hochschulgesetz festgelegten Begriffe „Sprecherrat“ und „Studentischer Konvent“ ersetzt werden.”

Begründet wird das wie folgt: “In Bayern wurde die verfasste Studierendenschaft 1973 abgeschafft. „Studierendenparlament“ und „AStA“ wurden durch einen “Studentischen Konvent” sowie einen “Sprecherrat” ersetzt. Die Studierenden werden durch die Benutzung des längst abgeschafften Begriffs verunsichert! Eine Anpassung ist deshalb längst überfällig. ”

Das 1973 mit dem Verbot verfasster Studierendenschaften die Mitbestimmung der StudentInnen an den Hochschulen massiv eingeschränkt wurde, interessiert nicht. Würde man sich wirklich für studentische Belange interessieren, müsste sich auch der RCDS dafür einsetzten, dass es wieder einen echten AStA gibt, wie dies in vielen anderen Bundesländern auch der Fall ist!

Thema Rechtsextremismus

Ja, ja. Der RCDS und die Rechten, ein Thema für sich. Auch der RCDS Regensburg steht in seiner Argumentation in guter Tradition der rechts-konservativen Kreise in Bayern: Gleichsetzung von Links und Rechts. Ein beliebtes Mittel, um die linke Konkurrenz zu diffamieren, natürlich auch an den Hochschulen. Nichts ist schlimmer als ein linker AStA, Gott beware!

“Der studentische Konvent ruft alle hochschulpolitischen Gruppen an der Universität Regensburg zu einem gemeinsamen Bekenntnis zu Demokratie und Freiheit sowie zu einer klaren und unmissverständlichen Distanzierung von politischem Extremismus von links wie von rechts auf. “, so in einem Antrag an den Konvent, mit der Begründung:” Auch politischer Extremismus von Links stellt eine Bedrohung für die freiheitlichdemokratische Grundordnung dar, ohne die die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre keinen Bestand haben kann.” Wir erinnern uns kurz, wer in der Vergangenheit immer diese Freiheiten verteidigt und im Hochschulbereich überhaupt erst erkämpft hat. Irgendwo nicht der RCDS oder Parteien und Personengruppen die als konservativ oder rechts bezeichnet werden. Und wer oder was Humboldt war, dass erwartet ja auch keiner vom RCDS zu wissen.

Der Konvent hat sich übringens natürlich zu Demokratie und Freiheit und zu einer klaren und unmissverständlichen Distanzierung vom Rechtsextremismus bekannt. Diese Formulierung kam beim RCDS dann aber plötzlich gar nicht mehr so gut an, für mich nicht nachvollziehbar. Offensichtlich ging es wirklich nur darum, gute Hochschulpolitik als Linksextremismus hinzustellen.

Thema Wahlkampfmethoden

Oder auch: Sexismus, saufen, cool.(Punkt.) Gerade bei Hochschulwahlen wird das Menschenbild des RCDS immer sehr deutlich. Am besten, man lässt Bilder sprechen (Nicht das ich prüde wäre, aber Frauen haben m.E. weitaus mehr zu bieten, als nur Beine und “Service” und werden hier offensichtlich reduziert.):

Zumindest die geistige Größe sollte damit hinreichend dargestellt sein…(fp)

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