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20. Dezember 2007

Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Abgelegt unter: Allgemein — Hannes @ 18:12

Liebe GenossInnen, liebe FreundInnen, liebe Besucher!

Der SDS Regensburg wünscht euch allen ein gesegnetes Fest und einen feucht fröhlichen Rutsch ins Jahr 2008.

Wir treffen uns gleich am 06.01.2008, wie gewohnt, im Zimmer 4 um 20Uhr.

Auf ein gutes, friedliches und alternatives neues Jahr.

Mit sozialistischen Grüßen,

Hannes (für den SDS)

18. Dezember 2007

Kein Ende in Sicht

Abgelegt unter: Nachrichten — Hannes @ 17:46

Gramsci, die deutsche Linke und das Problem der Nation. Teil I: Über den Umgang mit dem Widerspruch zwischen Staat und Konkurrenzprinzip im Kapitalismus

Von David Salomon

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»Die Diktatur des Proletariats ist noch ein Nationalstaat und ein Klassenstaat – unter dem kapitalistischen Prinzip der Konkurrenz der Nationalwirtschaften« (Antonio Gramsci). Vormalige DDR-BRD-Grenze zwischen Hasdorf/Hessen und Geisa/Thürigen

Foto: dpa

Der vorliegende Text basiert auf einem Beitrag zur Tagung »Die Linke und die Nation« der Marx-Engels-Stiftung am 29./30. September 2007 in Berlin. Er erscheint Ende Dezember im Heft 1/2008 der Marxistischen Blätter.

Den Begriff »Nation« unbefangen zu benutzen ist insbesondere in Deutschland nicht möglich. Bereits während der sogenannten »Befreiungskriege« gegen die Armeen Napoleons wurde ein Begriff des »deutschen Vaterlands« etabliert, der sich explizit in Abgrenzung zur »Nation« der französischen Revolution bestimmte. Die Gründung des deutschen Nationalstaats im Spiegelsaal von Versailles 1871 war abermals als Demütigung des »Erbfeindes« inszeniert, und als zu Beginn des Ersten Weltkrieges die deutschen Intellektuellen »zu den Waffen« riefen, geschah es im Namen einer »deutschen Vaterlandsidee« (Sombart 1915) und einer »deutschen Kultur«, die gegen die französische und englische Zivilisation, gegen den Gedanken der Gleichheit und der Volkssouveränität in Stellung gebracht wurde. Für »Führer und Vaterland« überzog die faschistische Wehrmacht Europa mit ihrem Vernichtungskrieg, und bis heute prägen seltsame Begriffe die Debatte: »Schicksalsgemeinschaft« etwa, »Kulturnation« oder – eine neuere Wortschöpfung – »deutsche Leitkultur«.

Noch immer ist ein Lied die Nationalhymne der Bundesrepublik, dessen erste – nicht mehr gesungene – Strophe Gebietsansprüche »Von der Maas bis an die Memel/Von der Etsch bis an den Belt« stellt, und auch die schwarz-rot-goldene Fahne geht auf das Lützowsche Freikorps1 zurück und steht – quer- statt längsgestreift – nicht in der Tradition der französischen Trikolore.

1994 »warnte« ein Papier, für das der heutige Innenminister Wolfgang Schäuble verantwortlich zeichnete, wieder davor, daß bei einem Scheitern des europäischen Integrationsprozesses Deutschland aufgrund seiner Mittellage »aufgefordert werden oder aus eigenen Sicherheitszwängen versucht sein« könnte, »die Stabilisierung des östlichen Europa allein und in der traditionellen Weise zu bewerkstelligen« (Schäuble-Lamers-Papier 1994: S. 1274). Als sich fünf Jahre später die Bundesrepublik Deutschland an einem Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien beteiligte, bemerkte freilich der deutsche Philosoph Jürgen Habermas erleichtert: »Glücklicherweise fehlen in der deutschen Öffentlichkeit die dumpfen Töne. Keine Schicksalssehnsucht, kein intellektueller Trommelwirbel für den guten Kameraden« (Habermas 2001: S. 27). Im Windschatten der »postheroischen Gesellschaft« kann man inzwischen hingegen seine Helden feiern: etwa jene Fußballer, deren Sieg in Bern der von schwerem Schicksal gezeichneten »Nation« 1954 das Gefühl zurückgegeben hätten, »wieder wer zu sein«. Im vergangenen Jahr äußerte zudem der adelige Oskar-Gewinner Florian Henckel von Donnersmarck seine Befriedigung darüber, daß er etwas für sein Land habe tun dürfen, ein Privileg, das sonst nur den Truppen in Afghanistan und »unseren« Sportlern noch vergönnt sei. Bedenkt man dies alles, so scheint es nur allzu verständlich, daß viele Linke die »nationale Frage« lieber beiseite schieben, als nach anderen Antworten zu suchen. Das Gelände ist vermint, der Begriff »Nation« ist in Deutschland kontaminiert.

Nation und Staat

Es gibt freilich noch einen zweiten Grund für die Skepsis vieler Linker gegenüber nationalen Fragen. Der Begriff der Nation ist eng verwoben mit einem anderen Begriff, dem des (modernen) Staates. Das Problem der Nation, als der Frage nach politischer und kultureller Einheit, und das Problem des Staates, als der Frage nach institutionell und rechtlich vermittelter Macht über Menschen in einem bestimmten Territorium, fallen nicht notwendig in eins. Insbesondere dann, wenn man herrschende (neoliberale) Argumentationsmuster verfolgt, die solche der Herrschenden sind, fällt auf, daß zwar einerseits – bezogen auf die Regulation des Kapitals oder auf Eingriffe in die herrschende Eigentumsordnung – der Souveränitätsverlust des Staates proklamiert wird, gleichzeitig hingegen »Werte« wie Nation und Familie bemüht werden, um kollektive Identifikationsangebote zu schaffen und den »sozialen Frieden« zu bewahren. Der ideologische Antietatismus dieser Position verschleiert freilich geschickt, daß nach wie vor Nationalstaaten und ihren Regierungen eine federführende Rolle bei der Formulierung und Durchsetzung jener rechtlichen Reglements (»neuer Konstitutionalismus«) zukommt, die auf internationaler Ebene kapitalistische Eigentumsordnungen und den weltweiten Kapitalverkehr regeln.

Allerdings wird nicht nur von neoliberalen Ideologen, sondern auch von zahlreichen kritischen und linken Zeitdiagnostikern die These vertreten, der Nationalstaat sei eine inzwischen überholte Übergangsform des 19. und 20. Jahrhunderts. Im »Zeitalter der Globalisierung« herrsche nun eine »postnationale Konstellation« (Habermas 1998). Der für den nationalstaatlichen Souveränitätsgedanken konstitutive Dualismus von »Innen und Außen« sei überwunden (Hardt/Negri 2002) oder könne doch in absehbarer Zeit überwunden werden. In Anknüpfung an den klassischen Anarchismus und die zumindest in der marxistisch-leninistischen Theorie nie ganz aufgegebene These »vom Absterben des Staates« fordern Aktivisten in linksradikalen und autonomen Zusammenhängen eine Politik der vollständig »offenen Grenzen« (open borders). Normativ steht dahinter eine Vorstellung von Emanzipa­tion als einer Allinklusion, als dem unmittelbaren Ausdruck des menschheitlichen Universalismus. In der Dimension von Strategie und Taktik freilich wird nicht selten argumentiert, vollständig freie Migration überwinde die Grenze von Zentrum und Peripherie und somit die territoriale Verdrängung der Auswirkungen des globalen Kapitalismus. Der hierdurch wachsende »Problemdruck« münde (notwendigerweise) in sozialen Kämpfen, an deren Ende eine Überwindung des Kapitalismus stehen könne. Es handelt sich somit auch um eine neue Artikulationsform klassischer Verelendungstheorien.

Diese Position erscheint als radikale Gegenthese zu neofaschistischen Demagogen, die den alten nationalen Mythos unter scheinbar antikapitalistischen Vorzeichen reaktivieren. Diese faschistischen Ideologien treffen sich mit der herrschenden Ideologie freilich zumindest in zwei Punkten: in der Ablehnung des Gedankens der Gleichheit und in der Grundannahme quasi naturwüchsiger Konkurrenzverhältnisse, die hier »völkisch« aufgefaßt werden.

Wahrung des Konkurrenzprinzips

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Als es sich in Deutschland noch lohnte, für die Vision einer Nation sein Leben einzusetzen: Berliner Bürger im Straßenkampf gegen Soldaten des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. (18./19.3.1848)

Foto: AP

Das Verhältnis der Linken zum Problemkomplex Staat/Nation ist bis heute nicht endgültig geklärt. Insbesondere in Deutschland erscheinen die völkische Konstruktion »des Nationalen« und seine obrigkeitsstaatliche und Massenakklamation organisierende Entsprechung auf der einen, ein vollständiger Antietatismus und die Zurückweisung der Nation als Bezugspunkt auf der anderen Seite oftmals als tertium non datur.

Ein Blick in die Geschichte des marxistischen Denkens freilich zeigt, daß es hier an Anknüpfungspunkten zur Formulierung eines – auch über die bürgerliche Staatsauffassung der französischen Revolution hinausweisenden – progressiven Begriffs von Staat und Nation nicht mangelt. Schon im Jahr 1997 (dt. 2000) hat der italienische Philosoph Domenico Losurdo in seinem Buch über Antonio Gramsci herausgearbeitet, daß dieser bereits 1919 die »utopische« Idee vom »Absterben des Staates« zurückgewiesen hatte: »Es gibt keine Gesellschaft außerhalb des Staates, der der Ursprung und der Zweck jeglichen Rechts und jeglicher Pflicht ist, der die Garantie für das Andauern und den Erfolg jeder gesellschaftlichen Aktivität darstellt. Von der proletarischen Revolution kann man nur dann sprechen, wenn sie einen typisch proletarischen Staat ins Leben ruft und ihn verkörpert, denn er wahrt das proletarische Recht und übt seine Hauptfunktionen als Ausdruck des proletarischen Lebens und der proletarischen Macht aus« (Gramsci 1980: S. 34 f.).

Mit einer Forderung nach »open borders« freilich ist diese durchaus etatistische These des jungen Gramsci nicht vereinbar. Schon damals provozierte sie den Widerspruch eines Turiner Anarchisten (Corrado Quaglino, Pseudonym: For Ever), der Gramsci und der Redaktion von L’Ordine Nuovo »Staatsvergötterung« vorwarf. Gramscis Replik ist auch für heutige politische Diskussionen durchaus von einer gewissen Aktualität, wenn er schreibt: »In der Dialektik der Ideen setzt die Anarchie den Liberalismus fort, nicht den Sozialismus« (ebd.: S. 71) und eine Seite später fortfährt: »Die liberale Literatur ist eine einzige Polemik gegen den Staat. (…) Der Liberalismus gehört zu den allgemeinen Aktivitäten des Kapitalismus, der danach strebt, sich sichere und garantierte Konkurrenzbedingungen zu verschaffen. Die Konkurrenz ist der erbittertste Feind des Staates. (…) Die Liberalen sind nicht in der Lage, den Frieden und die Internationale zu verwirklichen, weil das private und nationale Eigentum Spaltungen, Grenzen, Kriege und Nationalstaaten hervorbringt, die untereinander in ständigem Konflikt stehen. Der Nationalstaat ist ein Konkurrenzorgan. Er wird verschwinden, wenn die Konkurrenz aufgehoben ist und sich ein neuer ökonomischer Brauch durch die konkreten Erfahrungen der sozialistischen Staaten gebildet haben wird« (ebd.: S. 72 f.).

In der Konsequenz dieser Überlegungen des frühen Gramsci erscheint das konkrete historische Phänomen des Nationalstaats als Ausdruck eines liberalen Widerspruchs: Denn obschon das Prinzip der Konkurrenz antietatistisch in dem Sinne ist, daß es dem planenden Eingriff staatlicher Organe entgegensteht, so benötigt es für den spezifischen Modus kapitalistischer Konkurrenz und Produktion doch staatlich garantierte Rechtssicherheit, zuförderst an kapitalistische Verfügungsweisen gebundene Eigentumsgarantien.

Diktatur des Proletariats

Wenn Gramsci 1919 freilich den Nationalstaat ein »Konkurrenzorgan« nennt, so hat er jene rivalisierenden imperialistischen Zentren vor Augen, die um Anlagesphären ihrer nationalen Kapitale konkurrierend gerade die Protagonisten eines Weltkriegs waren. Doch auch wenn die Art der Konkurrenz sich heute verschoben hat, aus den rivalisierenden imperialistischen Staaten von damals inzwischen »nationale Wettbewerbsstaaten« (Hirsch 1995) geworden sind, die innereuropäisch und transatlantisch in quasi »ultraimperialistischen« Bündnissen agieren: Noch immer ist in die konkrete Form des Nationalstaats das Konkurrenzprinzip nach innen und außen eingeschrieben.

Während völkische Konstruktionen der Nation den liberalen Konkurrenzbegriff biologisch und/oder mythisch in die Sphäre einer essenziellen Transzendenz, einer überhistorischen Wesenheit erheben, erweist sich die in der Tradition eines anarchistischen Antietatismus stehende Perspektive als zahnlos oder zynisch. Ihr Grundproblem freilich besteht darin, daß sie die Konkurrenz selbst zum gegenwärtigen Mittel künftiger (aus Verelendung resultierender) Solidarität machen will und mit dem Ziel einer Allinklusion letztlich bloß moralisch und nicht politisch-rechtlich argumentiert: »Für die Revolution sind Menschen mit nüchternem Geist notwendig, Menschen, die alles tun, damit das Brot nicht in den Bäckereien fehlt, Menschen, die die Züge fahren lassen, die dafür sorgen, daß die Betriebe Rohstoffe haben und daß Industrieprodukte gegen Landwirtschaftsprodukte getauscht werden können, die Integrität und Freiheit der Person vor Angriffen der Verbrecher garantieren, die den Komplex der sozialen Dienstleistungen funktionieren lassen und das Volk nicht zur Verzweiflung und zu einem wahnsinnigen Gemetzel untereinander treiben. Die Begeisterung in Worten und die Zügellosigkeit der Phrasen bringen einen zum Lachen (oder zum Weinen), wenn es darum geht, daß auch nur ein einziges dieser Probleme in einem Dorf von hundert Einwohnern gelöst werden soll« (Gramsci 1980: S. 69 f.). Hierzu braucht es einen Staat, und ein Staat benötigt Grenzen der Zuständigkeit.

Auch wenn Gramsci im Nationalstaat – nicht im Staat als solchem – ein historisches Übergangsphänomen sieht, betont er die Notwendigkeit, sich tagespolitisch auch nationalen Fragen zu stellen: »Die Diktatur des Proletariats ist noch ein Nationalstaat und ein Klassenstaat. Die Begriffe Konkurrenz und Klassenkampf haben sich verschoben, aber die Konkurrenz und die Klassen bestehen weiter. (…) Zu denken und zu handeln, als ob die Kommunistische Internationale schon existierte, als ob die Zeit des Kampfes zwischen sozialistischen und bürgerlichen Staaten, die Zeit der erbarmungslosen Konkurrenz zwischen den kommunistischen und kapitalistischen Nationalwirtschaften schon überwunden sei, wäre ein verhängnisvoller Fehler für die proletarische Revolution« (ebd.: S. 73).

Sicherlich wäre es ahistorisch, diese frühen Texte Gramscis aus ihrem Kontext, dem Ersten Weltkrieg und den Revolutionen seit 1917, zu lösen. Anders als in den »Gefängnisheften« – und bereits in der späteren fragmentarischen Schrift »Einige Gesichtspunkte der Frage des Südens« (1926) – schreibt Gramsci hier nicht vor dem Hintergrund des vollständigen Scheiterns der Revolution im Westen. Noch lebt in den Texten die Hoffnung, auf einen Sieg der revolutionären Bewegung. Gleichwohl bildet die Betonung der Notwendigkeit, sich auf die Fortexistenz von Nationalstaaten einzustellen, eine wichtige Brücke zu späteren Reflexionen zur nationalen Frage als einer Frage der Hegemonie.

Nationalstaat und Stellungskrieg

Bereits zu Beginn der zwanziger Jahre hatten die um die Zeitschrift L’Ordine Nuovo versammelten Turiner Kommunisten die Notwendigkeit betont, die soziale Einheit Italiens herzustellen: »Die Bourgeoisie des Nordens hat Süditalien und die Inseln unterjocht und hat sie zu einer ausgebeuteten Kolonie herabgewürdigt. Wenn das Proletariat des Nordens sich selbst von der kapitalistischen Sklaverei befreit, wird es auch die Bauernmassen des Südens befreien (…). Die wirtschaftliche und politische Wiedergeburt der Bauern ist nicht in einer Verteilung der unbebauten und schlechtbebauten Ländereien zu suchen, sondern in der Solidarität des Industrieproletariats, das seinerseits die Solidarität der Bauern braucht (…)« (Gramsci 1980: S. 189). Diese Überlegungen, die Gramsci in seiner Schrift »Einige Gesichtspunkte der Frage des Südens« zitiert, begreifen die nationale Frage in erster Linie als eine soziale Frage und die politische und soziale Einheit als das Produkt eines »politischen Bündnisses zwischen den Arbeitern des Nordens und den Bauern des Südens, um der Bourgeosie die Staatsmacht zu entreißen« (ebd.: S. 190). In dieser Forderung nach einem Bündnis der subalternen Klassen des industrialisierten Nordens und des agrarischen Südens unter der Führung des Proletariats, ist der Grundgedanke bereits enthalten, der später als die Frage der Hegemonie, also die Frage nach politischer, moralischer und intellektueller Führung in den »Gefängnisheften« wiederkehren wird.

Nun freilich wird die Perspektive erweitert. Wenn der US-amerikanische Historiker Perry Anderson (1978) die Aufmerksamkeit, die der von ihm sogenannte »westliche Marxismus« Fragen der Kultur und Kunst schenkt, auf die Niederlagen zurückführt, die die Nachkriegsrevolutionen in Westeuropa erlitten hatten, so hat er recht und unrecht zugleich. Tatsächlich war es die Niederlage, die den Blick für die Bedeutung auch der kulturellen Überbauten schärfte. Insbesondere im Fall Gramscis – wie auch in anderer Weise bei Bertolt Brecht, Walter Benjamin und Georg Lukács – war es jedoch keine Flucht vor ökonomischen und politischen Fragen, die sich darin artikulierte, sondern Einsicht in die politische und auch ökonomische Bedeutung von kulturellen Praxen. Anders formuliert: In den revolutionären Bewegungen Ende des ersten Jahrzehnts des letzten Jahrhunderts hatte man erfahren, daß Kultur, Ideologie und Alltagsbewußtsein insbesondere dort, wo ein ausgeprägter zivilgesellschaftlicher und medialer Komplex existierte, starke Revolutionshindernisse sein konnten. In diesem Kontext steht Gramscis berühmte Metapher aus den »Gefängnisheften« vom westlichen2 Staat als einem »vorgeschobene[n] Schützengraben, hinter welchem sich eine robuste Kette von Festungen und Kasematten befand« (Gram­sci 1991 ff., Bd 4: S. 874). Im revolutionären Stellungskrieg muß nach Gramsci dem spezifischen Komplex von Staats- und Zivilgesellschaft Rechnung getragen werden: »[D]ies verlangte eine genaue Erkundung nationaler Art« (ebd.: S. 874).

Dabei ist Gramscis Konzeption weit entfernt vor einem Rückfall in »idealistische« Argumentationsmuster: »Kann es eine kulturelle Reform und damit zivile Hebung der niedergehaltenen Schichten der Gesellschaft geben ohne eine vorausgehende ökonomische Reform und eine Veränderung in der gesellschaftlichen Stellung und der ökonomischen Welt?« fragt Gramsci (ebd., Bd. 7: S. 1540). Und er antwortet: »Deshalb kann eine intellektuelle und moralische Reform nur an ein Programm ökonomischer Reform gebunden sein, ja, das Programm ökonomischer Reform ist geradezu die konkrete Weise, in der jede intellektuelle und moralische Reform auftritt« (ebd.: S. 1540). Indem freilich die Transformation der ökonomischen Verhältnisse nicht nur schlechterdings in ihrer realisierten, sondern bereits in ihrer programmatischen – und dies bedeutet zugleich realisierbaren – Form ins Kalkül einbezogen werden, wird einerseits ein »Ökonomismus« abgelehnt, der den Überbauten lediglich reagierende, nachvollziehende Bedeutung zusprechen will und andererseits eine an die Eigentumsverhältnisse, Verfügungsweisen und die soziale Frage gekoppelte Emanzipationsrichtung formuliert, vor der sich die Kritik im Handgemenge des Stellungskrieges verantworten muß.

1 Der preußische Major Ludwig A. W. von Lützow bildete 1813 mit Billigung des Königs aus Studenten, die sich als Freiwillige gemeldet hatten, das Königlich Preußische Freikorps. Sie trugen schwarze Uniformen mit roten Aufschlägen und goldfarbenen Knöpfen.

2 Gramsci unterschied zwischen dem zaristischen Rußland im Osten Europas und den kapitalistischen »Demokratien« im Westen des Kontinents.

Literatur

– Anderson, Perry (1978): Über den westlichen Marxismus, Frankfurt/Main

– Gramsci, Antonio (1980): Zu Politik, Geschichte und Kultur – Ausgewählte Schriften, Leipzig

– Gramsci, Antonio (1991 ff.): Gefängnishefte – Kritische Gesamtausgabe, Hamburg.

– Habermas, Jürgen (1998): Die postnationale Konstellation – Politische Essays, Frankfurt/Main

– Habermas, Jürgen (2001): Von der Machtpolitik zur Weltbürgergesellschaft; in: ders.: Zeit der Übergänge – Kleine politische Schriften, Bd. IX, Frankfurt/Main, S. 27-37

– Hardt, Michael/Negri, Antonio (2002): Empire – Die neue Weltordnung, Frankfurt/Main und New York

– Hirsch, Joachim (1995): Der nationale Wettbewerbsstaat, Hamburg

– Losurdo, Domenico (2000): Der Marxismus Antonio Gramscis – Von der Utopie zum »kritischen Kommunismus«, Hamburg

– Schäuble-Lamers-Papier 1994 = Überlegungen zur europäischen Politik – Positionspapier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vom 1. September 1994; zit. n.: Blätter für deutsche und internationale Politik 10/1994

– Sombart, Werner (1915): Händler und Helden– Patriotische Besinnungen, München und Leipzig

David Salomon ist Redakteur der Zeitschrift Z. Zeitschrift marxistische Erneuerung.

http://www.sds-regensburg.de/wordpress/wp-admin/post-new.php

Spiegel gründet kostenfreies Wissensportal

Abgelegt unter: Nachrichten — Hannes @ 17:30

Wissensportale sind in. Kurz nachdem Google seine Pläne für seine Wissensplattform Knol bekannt gegeben hat, tritt die Spiegel-Gruppe mit eigenen Plänen an die Öffentlichkeit. Auf wissen.spiegel.de sollen ab kommendem Frühjahr Inhalte aus verschiedenen Quellen kombiniert werden, Artikel aus den Zeitschriften des Verlags in Zukunft kostenlos abrufbar sein.

Für das neue Portal haben die Spiegel-Gruppe und die Bertelsmann-Tochter Wissen Media Group ein Joint Venture gegründet. Wissen Media bringt dabei die Inhalte der Bertelsmann-Lexika und -Wörterbücher ein, während der Hamburger Verlag die Artikel aus dem Magazin Spiegel und die Inhalte von Spiegel Online beisteuert. Angereichert wird das Ganze mit den Artikeln aus der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia. “Erstmals wird es möglich sein, alle relevanten Informationen zu einem Suchwort aus unterschiedlichen kompetenten Quellen mit einem Klick zu finden”, kommentiert Mario Frank, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags.

Das werbefinanzierte Wissensportal soll aber nicht nur aus der Zusammenführung von verschiedenen Quellen bestehen, laut Mitteilung des Verlags soll eine achtköpfige Redaktion die Inhalte aufbereiten, aktualisieren und erweitern. In Zukunft sollen alle Inhalte des Spiegels ab Gründung im Jahr 1947 kostenlos abrufbar sein. Ausnahme ist das jeweils aktuelle Heft, das in einer E-Paper-Version kostenpflichtig bleiben soll. Das deutsche Nachrichtenmagazin folgt mit diesem Schritt Vorbildern wie der New York Times, die ihre einst kostenpflichtigen Angebote kostenlos verfügbar gemacht haben, um mehr Leser zu gewinnen. (jk/c’t)

http://www.heise.de/newsticker/meldung/100689

Firmen sparen an Weiterbildung

Abgelegt unter: Nachrichten — Hannes @ 17:28

Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist laut einer Studie des Vereins Deutscher Ingenieure ein hausgemachtes Problem. Firmen investierten zu wenig in Weiterbildung.

 

In Deutschland fehlen nach Angaben des VDI 25 000 Ingenieure

Das Potenzial eigener Fachkräfte werde nicht richtig eingeschätzt und gefördert, ergab die am Montag veröffentlichte Untersuchung. In den meisten Unternehmen finde keine gezielte Personalentwicklung statt.

Der Studie zufolge könnten Mitarbeiter nur an wenigen Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, die zudem oft an den Bedürfnissen vorbeigingen. Auch seien die Ausgaben für Weiterbildung und Personalentwicklung in den vergangenen Jahren trotz Ingenieurmangel nicht gestiegen.

 

Personalentwicklung wird dem Zufall überlassen

„Vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen wird die Personalentwicklung größtenteils dem Zufall überlassen. Dabei leiden diese Unternehmen besonders unter dem Fachkräftemangel“, sagte Willi Fuchs, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI).

Für die Weiterqualifikation der Mitarbeiter müssten mindestens fünf Prozent der Arbeitszeit aufgewendet werden, forderte Fuchs. Bedingt durch den demografischen Wandel kämen nicht genügend hochqualifizierte Kräfte nach. Aus diesem Grund müsse in den bestehenden Mitarbeiterstamm investiert werden.

In Deutschland fehlen nach Angaben des VDI 25 000 Ingenieure. Viele Unternehmen beklagen, dass sie dadurch die gute Konjunkturlage nicht ausnutzen können.

sey/AFP

http://www.focus.de/jobs/arbeitsmarkt/fachkraeftemangel/fachkraeftemangel_aid_229578.html

Elite? Nein, danke!

Abgelegt unter: Nachrichten — Hannes @ 17:24

Von Irina Repke (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,522732,00.html)

Andernorts frohlocken die Kommilitonen, Berlins Studenten tun sich mit dem Exzellenzstatus schwer: “Elite”, das ist für sie das Campusunwort des Jahres. Politiker in der Hauptstadt basteln indes schon an neuen Vorzeigeprojekten.

Mit einem Sektempfang hatte Helin Uçar, 28, nicht gerechnet, als sie sich an einem Mittwochnachmittag, zwei Wochen nach Wintersemester-Beginn, auf den Weg nach Berlin-Mitte machte - zu ihrem ersten Kolloquium an der “Berlin Graduate School of Social Science” (BGSS), Vorzeigeprojekt der Humboldt-Universität (HU).Wie Helin waren auch die anderen Debütanten überrascht von der Feierlaune - hatten sie doch alle wenig mitbekommen vom Rummel um den Wettbewerbssieg ihrer Graduate School und von dem ausgelobten Preis: eine millionenschwere Förderung aus den Töpfen der bundesweiten Exzellenz-Initiative. (mehr…)

Die Hauptstadt profitiert erheblich von dem Wettbewerb: Neben der zur “Elite-Uni” gekürten Freien Universität (FU) wurden diesmal immerhin vier Berliner Graduiertenschulen und vier fachübergreifende Forschungsvorhaben (”Exzellenzcluster”) zu Siegern erklärt.Vielen aber gilt der “Elite”-Begriff als Campus-Unwort des Jahres. An der siegreichen FU, dem einstigen Revier von Rudi Dutschke und Benno Ohnesorg, stößt die Exzellenz-Initiative auf besonders kämpferisches Misstrauen. Zwar hatte der stolze Universitätspräsident Dieter Lenzen am Tag seines Siegs den Studenten zugerufen: “Unser großer Erfolg ist ein Erfolg auch für Sie.” Konkrete Zusagen für eine Verbesserung der Lehre machte er jedoch nicht. Bei der Immatrikulationsfeier kam es dann zu lärmendem Protest, Lenzens Rede ging in Sprechchören und Getöse unter (mehr…). Auch Polizei und Sicherheitsdienst waren vor Ort.

“Elite-Geschwafel täuscht über reale Probleme hinweg”

So wurde jedem Campus-Neuling schon am ersten Studientag schlagartig klar, wo er sich eingeschrieben hatte: an jener Uni im Westen Berlins, die zwar erfolgreich ihr Schmuddel-Image bekämpft hat, an der aber mehr Kommilitonen als anderswo unter studentischem Rebellionszwang stehen.

“Schließlich leiden fast alle unter miesen Studienbedingungen”, erklärt Helin Uçar. Die Humboldt-Elevin war vier Jahre lang Studentin am Otto-Suhr-Institut der FU. Sie hat die Studienrealitäten nicht vergessen: Zusammenlegung und Schließung von Bibliotheken, Abwickeln ganzer Studienfächer, die Streichung von Professuren, akuter Platzmangel in Vorlesungen und Seminaren.

Die Lehre sei nicht exzellent, erklärt Inga Nüthen vom FU-AStA, es gehe allein um gut vermarktbare Forschungsergebnisse. “Das Elite-Geschwafel täuscht über die realen Probleme hinweg”, schimpft die AStA-Frontfrau, “wir brauchen keine Förderung für einige ausgewählte Projekte, sondern gute Bildung insgesamt”. Beim Besuch der Elite-Auswahl-Kommission organisierten die AStA-Vertreter die Besetzung des Otto-Suhr-Instituts. Auf Spruchbändern hatten sie ihre einfache Botschaft festgehalten: “Verpisst euch!”Im Otto-Suhr-Institut, wo auch der Politologe Christian Haberecht lehrt, teilten sich am Tag der Exzellenz-Entscheidung 39 Studenten die rund 40 Quadratmeter des Seminarraums. Als Haberecht seine Studenten fragte, wer sich über die Auszeichnung gefreut habe, meldeten sich nur zwei. Haberecht selbst hat “prinzipiell nichts dagegen”, dass die FU “eine Millionen-Finanzspritze” bekommt. “Doch dem Uni-Stamm wird das kaum nutzen”, meint er. An der Humboldt-Universität ist die Stimmung ähnlich. Lehramtsstudentin Claudia Schmidt fordert “ordentliche Studienbedingungen für alle”, der verpassten Chance einer Elite-Auszeichnung für die gesamte Hochschule trauert sie nicht nach.

Exzellente Bedingungen für manche Studenten

“Die Exzellenz-Initiative bringt den normalen Studenten erst mal gar nichts”, sagt auch Sören Carlson aus dem Graduierten-Seminar der BGSS, “es geht doch jetzt eher um Forschung und Reputation.”

Von den Studienbedingungen der Gruppe um Helin Uçar können Studenten an den großen drei Berliner Unis nur träumen: Auf zehn Teilnehmer kommen drei wissenschaftliche Betreuer. An Platzmangel oder gar Redezeitbeschränkung ist gar nicht zu denken, der Umgangston schwankt zwischen herzlich und kollegial. Immer mittwochs trifft sich die kleine Mannschaft im geräumigen Seminarzimmer, um über eines der zehn grundverschiedenen Dissertationsthemen zu debattieren.Helin Uçars Vortrag in lupenreinem Englisch verfolgen die Kollegen mit großem Interesse. Die Doktorandin erläutert unaufgeregt Gliederung und Ziele der geplanten Forschungsarbeit über “Frauenrechte in der Türkei” - dem Geburtsland ihrer Eltern. Obwohl ihre neun Mitstreiter Laien auf Helins Spezialgebiet sind, wird sachkundig und lebhaft diskutiert - wie meist in diesen Runden. Alle sind vorbereitet, jeder stellt Fragen, gibt Hinweise - ganz zum Schluss auch die Professoren und Betreuer der kleinen Elite-Truppe, die man sich gut auch an einer Top-Adresse wie Harvard vorstellen könnte.

Mit dem Preisgeld aus der Exzellenz-Initiative könne die Qualität der Graduiertenausbildung nochmals verbessert werden, kündigt Gert-Joachim Glaeßner, Sprecher der BGSS an - in computertechnische und personelle Ausstattung wolle er investieren, vielleicht Stipendien vergeben und “mehr Spitzen-Leute aus aller Welt an die Schule holen”.

Umstrittene “Super-Uni”

An solche Seminare muss Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) gedacht haben, als er seine Idee von einer neuen Super-Uni, dem künftigen “International Forum of Advanced Studies”, in die Berliner Wissenschaftswelt setzte. “Natürlich habe ich einen Zettel, wie man das im Einzelnen machen könnte”, verrät der Senator, doch wolle er “keine Vorfestlegungen, um die Beteiligten nicht zu irritieren”. Kritik hagelt es auch so. (mehr…) Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, warnt vor “abenteuerlichen Umstrukturierungen”.

Die ersten Gesprächsrunden zwischen den Berliner Universitätspräsidenten und etwa denen der Leibnizgemeinschaft sowie Max-Planck- und Fraunhofergesellschaften hat es schon gegeben. Nun soll eine Arbeitsgruppe bis zum Frühjahr abstimmungsreife Modelle zu Papier bringen.Senator Zöllner versucht indes, das Gros der Berliner Studenten mit seinem “Masterplan” zu trösten. Bis 2011 soll auch die Lehre einen Qualitätsschub bekommen. 35 Millionen Euro stehen darin für 14 Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen bereit - 20 Millionen Euro Zuschuss erhält bereits jede einzelne Sieger-Uni im bundesweiten Exzellenz-Wettbewerb.

 

Master: Streng bewachter Zugang

Abgelegt unter: Nachrichten — Hannes @ 17:21

von Corinna Zawodniak

Masterstudienplätze werden wohl bald knapp. Ein Master für alle wäre den Ländern zu teuer, außerdem soll die Mehrzahl der Bachelor-Absolventen erst einmal arbeiten gehen - also selektieren die Hochschulen.

Matthias Huppertz hatte keine Probleme, im Masterstudiengang Medieninformatik an der Fachhochschule Köln einen Platz zu bekommen. Die geforderte Bachelornote von 2,0 erfüllte der 27-Jährige locker und begann gleich nach dem Bachelor das nächste Studium. Anders als er dürften viele Studenten demnächst Probleme bekommen, wenn sie einen Master absolvieren wollen.

Die Kultusminister der Bundesländer haben festgelegt, dass längst nicht jeder - und auch nicht jeder zweite - Student einen Master machen soll. Die Mehrzahl soll mit dem Bachelor ins Berufsleben gehen. Die Hochschulen können Hürden für die Zulassung zum Masterstudium aufstellen. Offiziell dient das dazu, das Niveau der Lehre zu sichern; tatsächlich wäre ein “Master für alle” schlicht zu teuer.

Um einen Masterstudienplatz zu ergattern, müssen Bewerber einen Hochschulabschluss haben, also ein Bachelor-, Diplom- oder Magisterzeugnis. Weitere Bedingungen darf jede Hochschule selbst festlegen. Die Folge ist ein Dschungel aus Kriterien: Die Palette reicht von einem bestimmten Notenschnitt im Bachelor über Berufserfahrung, fachliche und sprachliche Kenntnisse hin zu Auswahlgesprächen, Motivationsschreiben, Aufnahmeprüfungen oder Quoten.

Grundrecht auf freie Berufswahl in Gefahr

Viele Studenten fühlen sich zu Unrecht ausgesiebt, sagt Regina Weber, Vorstand beim Freien Zusammenschluss von Studentinnenschaften. “Jeder, der einen Master machen will, sollte auch einen Studienplatz bekommen, sonst ist das Grundrecht auf freie Berufswahl verletzt.”

Detlef Müller-Böling, Leiter des Gütersloher Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), sieht zurzeit noch kein Problem: “Aktuell kann jeder einen Platz finden. Sogar die Note ist egal.” Denn es herrsche ein Überangebot an Masterkursen. Das werde aber nicht so bleiben. “Ab 2011 steigen die Bachelorstudenten-Zahlen, weil dann geburtenstarke Jahrgänge Abitur machen.

2015 wird das auch im Masterstudium spürbar. Spätestens dann werden die Plätze knapp.” Auf welchem Niveau sich die Bewerberzahlen für ein Masterstudium einpendeln, ist unklar. Die Spekulationen reichen von jedem Zweiten, der den höheren Abschluss machen will, bis zu 80 Prozent. Auch die Arbeitsmarktlage spielt eine Rolle.

“Wenn viele Studenten direkt nach dem Bachelor den Master machen, sich zusätzlich Diplomabsolventen und Magister für ein Masterstudium entscheiden und dann nach und nach Absolventen, die mit dem Bachelor in den Beruf gegangen sind, an die Hochschule zurückkehren, werden die Programme bald überlaufen sein”, vermutet Peter Wex, Leiter der Arbeitsstelle Bildungsrecht und Hochschulentwicklung an der Freien Universität Berlin, vor. “Dann werden die Auswahlkriterien noch wichtiger - und sie müssen rechtssicher sein.”

Die Experten sind sich einig, dass fachliche Anforderungen sinnvoll sind. Wer ein Studium belegt, bei dem Vorlesungen auf Englisch gehalten werden, sollte Kenntnisse in dieser Sprache haben. “Allerdings prüfen die Hochschulen das bisher sehr unterschiedlich ab. Das sollte man zumindest innerhalb der Fachbereiche vereinheitlichen, damit die Verfahren für die Studenten transparent und vergleichbar sind”, sagt Wex.

Außerdem fordert der Jurist, dass die Hochschulen nur subjektive Kriterien verlangen, also solche, auf die die Studenten Einfluss nehmen können. Das trifft etwa auf die Note im ersten Studium, auf Berufserfahrungen oder Mathekenntnisse zu. Ungeeignet sei hingegen eine Quote.

17. Dezember 2007

„Global Europe Strategie“

Abgelegt unter: Nachrichten — Hannes @ 18:39

Nach dem Stocken der Doha-Runde ist der Hydra der neoliberalen Globalisierung ein neuer Kopf gewachsen – die „Global Europe Strategie“ der EU-Kommission steht für den Ausbau der Macht europäischer Konzerne (weiterlesen…)

Gegen die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche.

Abgelegt unter: Nachrichten — Hannes @ 18:36

Hier einige Infos vom südlichen Oberrhein: Sie schließen an unsere letzte Meldung dazu an: (Ein beispielhafter Kampf gegen Reklame an Autobahnen) „Während bundesweit die illegalen, großen Werbetafeln an den Autobahnen immer mehr zunehmen, ist die Autobahn A5 bei Freiburg und in den Landkreisen Emmendingen und Breisgau Hochschwarzwald jetzt werbefrei. Beispielhaft für andere Regionen.

Während zwei große Werbeschilder („IKEA“ und „wine and more“) nach Hinweisen und Druck des BUND-Regionalverbandes schnell abgebaut wurden, ging der Konflikt um ein Mc Donalds Werbeschild bei Hartheim durch alle gerichtlichen Instanzen.

Seit dem 21.12.2005 hatte das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald versucht die Entfernung des Schildes zu erwirken. Am 5. September 2007 hatte der VGH Baden-Württemberg, letztinstanzlich ein Urteil für den Landschaftsschutz und gegen die Verschandelung durch Werbeschilder ausgesprochen. Trotz Urteil stand das Schild bis in die vergangene Woche, was vom BUND in einem Schreiben ans Landratsamt auch nochmals kritisiert wurde.

Das vom Landratsamt angedrohte Zwangsgeld von 500 Euro war angesichts von 200 Euro monatlichen Kosten für einen einzigen Quadratmeter Werbefläche (ca. 1800 Euro im Monat bei dem 3 x 3 Meter großen Schild laut Internetauftritt der Fa. Strassenmax) viel zu gering. Doch nachdem der Druck zunahm wurde vergangene Woche das Mc Donalds Schild endlich und hoffentlich endgültig abgebaut.

Es geht dem Bund für Umwelt und Naturschutz nicht um das „einzelne Schild“, sondern um die bundesweit massiv zunehmende „Verschilderung“ der freien Landschaft.
Südosteuropäische Verhältnisse mit einem durchgehenden Schilderwald entlang der Straßen soll es bei uns nicht geben.

Es geht aber auch um die zunehmende Kommerzialisierung aller Lebensbereiche, der wir fast nicht mehr entfliehen können. Überall werden wir mit Werbung zugeschüttet und belästigt. Die kleinen Erfolge des BUND in Freiburg schlagen zumindest einmal an einer Stelle eine Schneise in diese ständige Überflutung mit Werbebotschaften.
Der südbadische Erfolg lässt sich durchaus auch auf andere Ecken in Deutschland übertragen. Immer mehr Umweltschützer aus ganz Deutschland fragen beim BUND Regionalverband nach Urteilen und Vorgehensweisen.

„Am wichtigsten ist es, kontinuierlich Druck zu machen und einen langen Atem zu haben“ sagt BUND Geschäftsführer Axel Mayer, der sich auch beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald bedankt, das durch alle Instanzen geklagt hatte.

Mehr Infos

http://www.nachdenkseiten.de/?p=2841

Gen-Öle in Regensburger Gaststäten

Abgelegt unter: Nachrichten — Dano @ 14:07

 

Greenpeace

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat nach eigenen Angaben erneut in etlichen Gaststätten inBayern genmanipulierte Lebensmittel-Öle entdeckt - auch in Regensburg waren Kontrolleure unterwegs. Trotz Vorschriften haben die Gaststätten-Besitzer dies verschwiegen.

 

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Demonstration in Hamburg - Ausschreitungen gegen Demonstranten

Abgelegt unter: Allgemein — Dano @ 14:01

Letztes Wochenende beteiligten sich über 3000 Menschen an einer Demonstration in Hamburg. Demonstriert wurde gegen die illegale Überwachung der Bürger und gegen die Repression gegen Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen. Nicht knapp vertreten waren auch die Blöcke der Staatsgewalt, die das besinnliche Adventsfest von den Demonstrierenden zu schützen trachteten.

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Demonstration gegen Studigebühren in Darmstadt

Abgelegt unter: Allgemein — Dano @ 13:49

In der hessischen Stadt Darmstadt gingen am Samstag bis zu 600 Studierende auf die Straße um erneut ihre Ablehnung gegen das Abkassieren von Studiengebühren zu demonstrieren. Mit den bekannten Rufen “Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Bildung raub” zogen die Demonstrierenden durch die Innenstadt von Darmstadt begleitet von Gewerkschaften, Linkspartei und anderen Organisationen.

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14. Dezember 2007

jW: “Bund und Länder müssen Studienkapazitäten ausbauen”

Abgelegt unter: Allgemein — Dano @ 17:54

Bezahlstudium schreckt ab: Die Zahl der Studienanfänger ist nicht so gestiegen wie die der Schulabgänger. Ein Gespräch mit Achim Meyer auf der Heyde

Interview: Ralf Wurzbacher
 
* Achim Meyer auf der Heyde ist General­sekretär des Deutschen Studentenwerks
 
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StudiVZ setzt auf Schnüffel-Werbung

Abgelegt unter: Allgemein — FloP @ 13:30

Milliarden Klicks, magere Werbeeinnahmen: Der Holtzbrinck-Verlag investierte Millionen in StudiVZ und will mit dem Studentennetzwerk jetzt richtig Geld verdienen - durch personalisierte Werbung, die auf die Vorlieben der Nutzer zugeschnitten ist. Was Werber freut, könnte Mitglieder ärgern. Von Konrad Lischka mehr

13. Dezember 2007

Europäische Linkspartei initiiert Volksabstimmung in Europa

Abgelegt unter: Allgemein, Nachrichten — FloP @ 21:42

Für die Durchführung einer Volksabstimmung über den Vertrag von Lissabon (EU-Reformvertrag) in der Bundesrepublik Deutschland!
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12. Dezember 2007

Linke Literaturmesse in Nürnberg - 14. - 16. Dezember

Abgelegt unter: Termine — Dano @ 14:06

An diesem Wochenende findet die 12. Linke Literaturmesse in Nürnberg statt. Schwerpunkte sind vor allem die Proteste gegen den G-8-Gipfel in Heilgendamm, sowie das Thema RAF. Ein weiterer Schwerpunkt werden die neuen Medien sein. (weiterlesen…)

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