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31. Januar 2008

Die Unangepaßten aussortieren

Abgelegt unter: Nachrichten — Hannes @ 16:21

 Über den ideologischen Nutzen widersinniger Hirnforschung, das Ziel von Erziehungscamps und warum ADS eigentlich USS heißen müßte. Ein Gespräch mit Freerk Huisken

Interview: Birgit v. Criegern
Freerk Huisken, Jahrgang 1941, war bis 2006 Professor an der Uni Bremen mit dem Schwerpunkt Politische Ökonomie des Ausbildungssektors. Er schrieb Bücher zu Schule und Erziehung, Rechtsextremismus und Jugendgewalt. Am 15. Januar hielt er an der Freien Universität Berlin den Vortrag »Kritik der Hirnforschung«. Der Vortrag wurde auf dieser Seite am 17.Januar polemisch angefeindet, hat aber auch anderswo für Diskussionen gesorgt.

Sie ernten viel empörten Widerspruch, aber dabei fallen Ihre Argumente oft unter den Tisch. Ihre Gegner sagen, als Pädagoge könnten Sie über die Hirnforschung kein Urteil abgeben. Warum tun Sie es doch?

Wenn ich das täte, hätten die Kritiker recht. In die naturwissenschaftliche Abteilung der Hirnforschung mische ich mich nicht ein. Ich bin kein Naturwissenschaftler. Allerdings reicht es bei mir noch allemal dazu, Natur und Geist, Gehirn und Verstand zu unterscheiden. Indem Gerhard Roth, Manfred Spitzer und andere Hirn-Philosophen beziehungsweise Hirn-Psychologen diese Unterscheidung – übrigens mit einem Haufen haltloser Argumente – leugnen, urteilen sie über geistige Leistungen wie etwa das Vorstellen, Erinnern, Fühlen, logische Schließen, Erkennen, Lernen usw. Und da – gerade, was das Lernen anbelangt – traue ich mir einige Urteile zu, bis hin zur Widerlegung der zentralen Behauptung, daß jede geistige Leistung ein reiner Naturvorgang und der freie Wille des Menschen eine pure Einbildung sei.

»Das gefesselte Ich« hieß beispielhaft eine ZDF-Sendung zum Thema Hirnforschung. Wie wird überhaupt begründet, daß wir keinen freien Willen hätten?

Man schließt fälschlicherweise aus dem Umstand, daß sich geistige Prozesse als neuronale Naturereignisse messen lassen, die Natur müsse dann wohl auch die Quelle von allem Geistigen sein. Man setzt so die Naturgrundlage geistiger Prozesse mit diesen selbst gleich. Das funktionierende Gehirn soll für alles verantwortlich sein, was der Verstand zuwege bringt. Ebenso könnte man sagen, Muskeln und Sehnen seien für meine Entscheidung verantwortlich, einen Bergausflug zu unternehmen.

Was halten Sie dagegen?

Augenfällig ist zum Beispiel das folgende Paradoxon: Die Autoren könnten ihr Wissen gar nicht besitzen und vertreten, wenn es denn zutreffen würde. Sie benutzen ihren Verstand, um sich über eine Theorie zu verständigen, die im Kern behauptet, daß dies gar nicht möglich sei, weil die Geistes­produkte letztlich nur Naturprodukte seien. Das ist keine Logelei, sondern eine Widerlegung: Man muß doch wohl davon ausgehen, daß ihr Befund ihren eigenen Verstand und was er an Geisteserzeugnissen hervorbringt, mit einschließt. Wenn sie ihre Auffassungen ernsthaft vertreten, müssen sie sich von ihrer eigenen Theorie über geistige Prozesse ausnehmen. Wenn sie das aber tun, nehmen sie ihre eigene Theorie nicht ernst. Warum soll ich es dann tun?

Warum sind die Thesen von Spitzer und Roth so hoch angesehen?

Nicht, weil sie vernünftig wären. Wegen ihrer ideologischen Brauchbarkeit, und zweitens wegen eines Versprechens, auf das besonders die Lehrer abfahren. Roth stellt ihnen »hirngerechtes Lehren und Lernen« in Aussicht, das über Schulschwierigkeiten hinweghilft. Da geht es nicht mehr darum, sich auf die individuellen Lernprobleme der Schüler einzulassen, sondern einen »Aufruhr im limbischen System zu erzeugen,« wie Roth sagt. Die Lehre soll sich ans physiologische Gehirn wenden – wie auch immer diese Absage an Verstandestätigkeit gedacht sein mag.

Zum ersten Punkt: Es ist ebenso verbreitet wie praktisch, Menschen, die in dieser Gesellschaft aus der Rolle oder auffallen, mit dem Hinweis auf ihre Biologie auszusortieren. Bei der Biologisierung oder Naturalisierung gesellschaftlicher Vorgänge nebst ihren Resultaten wird die Natur des Menschen für all die Handlungen verantwortlich gemacht, mit denen sich Menschen im Kapitalismus mit Willen und Bewußtsein mehr oder weniger vernünftig durchzuwurschteln versuchen – für schlechte Noten, für schlechtes Benehmen, für kriminelle Delikte, aber auch für »ungehöriges« politisches Denken und Handeln. Dann sind Menschen eben »verrückt« oder »ticken nicht ganz sauber«, sind einfach »unbegabt« oder gleich »krank«.

Gesundheit wäre dann Unterwerfung?

Ja. Und der Übergang von diesem Befund zu entsprechender medizinischer, psychiatrischer oder polizeilicher Praxis wird durchaus fließend gedacht. Diese Theoretiker setzen voraus, daß »abweichendes Verhalten« nicht durch Überzeugung oder Lernen korrigierbar ist – es ist eben Natur! Was in Bezug auf die Hirnphilosophie die aparte Debatte ausgelöst hat, wie es denn mit der Schuldfähigkeit des Menschen stünde, wenn dieser kein willentlich handelndes Ich besitzt. Und wie man das »Gehirn bestrafen« kann, wenn der Verstand keiner Reue zugänglich ist. Da macht sich so mancher Hirnforscher gleich ideell als Hirnchirurg ans Werk.

Was heißt das für die Schule? Wie würde Roth denn einem Schüler begegnen, der Jacken »abzieht«, keine Hausaufgaben macht und den Unterricht stört?

Der ist für ihn krank, leidet unter ADS oder ADHS – Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom – und kriegt Beruhigungspillen wie Ritalin. Damit wird zwar sein Aufmerksamkeitsdefizit nicht behoben – wie auch –, aber er stört nicht mehr, wenn die Dosis richtig gewählt ist. Und darauf kam es ja auch nur an. Es müßte also eigentlich USS heißen: »Unterrichtsstörungssyndrom«. Wo Aufmerksamkeitsdefizite bei Schülern herrühren, ist beim herrschenden Schulsystem nun wirklich kein Wunder, aber das ist ein anderes Thema.

In »Die Unregierbarkeit des Schulvolks« schreiben Sie, jugendliche Schläger seien u.a. eine Folge des gesellschaftlichen Anerkennungswahns und der schulischen Konkurrenz. Wie bewerten Sie Roland Kochs verunglückten Vorstoß zur Kriminalisierung von jugendlichen Migranten?

Die Frage liegt nahe. Wie bei dem Hirnthema gibt es in diesen Diskussionen immer wieder diese biologisch-rassistischen Übergänge, denen zufolge Ausländer eben »so sind«, »ein anderer Menschenschlag« mit »anderen Veranlagungen«, die »zu uns« nicht passen etcetera. Auch hier geht es darum, die Gesellschaft von den Unangepaßten zu säubern. Allerdings setzen Koch & Co. in ihren Vorschlägen immer noch auf die Willensfreiheit der jugendlichen Rohlinge. Denen wollen sie ein Angebot der besonders perfiden Art machen: Entweder ihr unterwerft euch freiwillig den Lebensumständen, die wir für euch vorgesehen haben, oder wir brechen euren Willen, indem wir euch wegsperren oder abschieben. Eine Unterwerfungshilfe ist gerade im Gespräch. »Erziehungs«-Camps, in denen den Jugendlichen die Härte im Aushalten von Frust, Schmerz, Ohnmacht, Demütigungen und Hunger beigebracht wird.

http://www.jungewelt.de/2008/01-31/005.php

30. Januar 2008

Polizeieinsatz auf dem Campus

Abgelegt unter: Allgemein, Hochschule, Nachrichten — Dano @ 15:57

Göttinger Unileitung ließ Aktion für Studententreff beenden. Protestdemonstration angekündigt

Von Reimar Paul

Die Polizei hat gestern morgen in Göttingen einen seit zwei Wochen von Studierenden besetzten Seminarraum auf dem Campus geräumt. Dabei gab es nach Angaben einer Universitätssprecherin keine größeren Zwischenfälle. Zum Zeitpunkt des Polizeieinsatzes hätten sich lediglich drei Studenten in dem Raum aufgehalten. Ob gegen sie Anzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt werde, sei noch nicht entschieden. Sprecher der Besetzer kritisierten dagegen, daß die Hochschulleitung mit Polizeigewalt gegen Angehörige der Universität vorgegangen sei.

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29. Januar 2008

Review: Reclaim your Brain

Abgelegt unter: Allgemein, Hochschule, Nachrichten, Neues — Dano @ 22:43

Einige Regensburger SDS-Mitglieder haben sich letztes Wochenende gemeinsam mit einigen Vertretern des AStA Regensburg dem Aufruf des AStA Uni Frankfurt, der Hessen GEW und des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren (ABS) angeschlossen und gemeinsam mit ca. 700 Mitstreitern aus ganz Deutschland für mehr Gerechtigkeit in der Bildungspolitik eingesetzt. Unter anderem forderte man auf zwei parallel verlaufenden Kundgebungen die Abschaffung der Studiengebühren, eine Reform des selektiven Schulsystems, sowie mehr Demokratie und Mitbestimmung an den Hochschulen, mehr Meinungsfreiheit und die Abwahl von CDU-Hetzer Roland Koch.

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NATO-Sicherheitskonferenz in München verhindern

Abgelegt unter: Termine — Dano @ 21:59

Stoppt die NATO-Sicherheitskonferenz - Großdemo am 9.Februar 2008

Hiermit rufen wir jeden auf, sich an der Demonstration am 9. Februar 2008 auf dem Münchner Marienplatz zu beteiligen, um den Eliten von Politik, Rüstungsindustrie und Militär deutlich klar zu machen, dass sie in unserer Landeshauptstadt nicht willkommen sind und um den Opfern von NATO-Militärgewalt unsere Solidarität zu zeigen.

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26. Januar 2008

Uni: Kleine Fächer in Gefahr

Abgelegt unter: Hochschule, Nachrichten — Hannes @ 20:24

 Sterben Japanologie, Astronomie oder Alte Geschichte aus? Das Akkreditierungsverfahren für Studiengänge bedroht die Vielfalt an den Universitäten.

Kann ein einziger Brief das Hochschulwesen stärker erschüttern als fünf Konferenzen europäischer Bildungsminister? Diese Konferenzen begründeten den sogenannten Bologna-Prozess, der die Einführung gestufter Studiengänge in Europa vorsieht.

Der Prozess war von Beginn an heftig umstritten. Vom Untergang der abendländischen Universität, vom abermaligen Tod Wilhelm von Humboldts war oftmals zu lesen. Doch eigentlich konnten die Hochschulen mit den neuen Studienstrukturen gut leben. Es galt bei der Umstellung, gewisse mehr oder weniger sinnvolle Gestaltungsprinzipien zu beachten wie die Stufung in grundständige Studiengänge (Bachelor) und Aufbaustudiengänge (Master) oder die Gliederung des Studiums in Module. Ansonsten bot sich die große Chance, relativ frei die eigenen Studiengänge neu auszurichten. Ob und inwieweit diese Chancen tatsächlich wahrgenommen wurden, ist eine andere Frage.

Nun aber, durch ein einfaches Schreiben des damaligen Vorsitzenden des Akkreditierungsrates, Jürgen Kohler, gerät das mühsam reformierte Studiengefüge wieder komplett durcheinander. Die Wirkung des Briefes könnte sein, dass es Studiengänge, die aus zwei oder mehr Studienfächern bestehen (etwa aus Kunstgeschichte und Soziologie oder Germanistik und Romanistik), in absehbarer Zeit nicht mehr geben wird. Was ist passiert?

Um darüber zu berichten, muss vorab erklärt werden, worum es sich bei der Akkreditierung handelt: Diese neue Art der Qualitätskontrolle von Studiengängen wurde in Deutschland zeitgleich mit der Einführung der Bachelor- und Masterabschlüsse eingerichtet. Die Studiengänge erhalten, wenn sie ein Prüfverfahren erfolgreich bestanden haben, eine Art TÜV-Plakette – das Gütesiegel des Akkreditierungsrates.

Organisiert wird dieses Verfahren von privaten Agenturen, bezahlt wird es in der Regel von den jeweiligen Hochschulen. Nach welchen Kriterien die Studiengänge von den Agenturen geprüft werden, ist in den »Ländergemeinsamen Strukturvorgaben« der Kultusministerkonferenz und in länderspezifischen Vorgaben festgelegt. Der Akkreditierungsrat selbst stellt innerhalb dieser Vorgaben ebenfalls weitere Regeln für die Verfahren auf. Ansonsten überprüft und akkreditiert der Rat die Agenturen, das heißt, er entscheidet über deren Zulassung.

Der besagte Brief des Juristen Jürgen Kohler ist auf den 12. Juli 2006 datiert. Erst mit einiger Verzögerung entfaltete er seine Wirkung: Die Agenturen haben nun ihre Verfahrenspraxis geändert und lehnen eine Akkreditierung von »Studiengangsteilen« ab. In Kohlers Schreiben an die Agenturen heißt es: »Für die Vergabe des Gütesiegels des Akkreditierungsrates ist daher zwingend, dass der gesamte Studiengang geprüft wird und nicht einzelne Module oder Teilbereiche in Form eines ›separaten‹ zweiten Faches oder Nebenfaches von vornherein außer Betracht bleiben.« Akkreditiert werden können also nur komplette Studiengänge. Gestützt wird diese Position auf die bereits genannten Ländergemeinsamen Strukturvorgaben, die »Studiengänge – nicht etwa Teilstudiengänge – als Gegenstand der Akkreditierung definieren«, schreibt Kohler.

Der Brief legt eine sehr enge Studiengangsdefinition fest, und dies hat weitreichende Folgen. Insbesondere die sogenannten kleinen Fächer trifft diese Regelung hart. Für eigene Studiengänge haben sie nicht die Kapazitäten. Eigene Studienfächer wiederum, die Teil eines Studiengangs sind, können sie nun nicht mehr anbieten, weil diese nicht akkreditierbar sind. Damit wiederum können diese Studienfächer nicht vom jeweiligen Landesministerium genehmigt werden. Infolgedessen werden sich themenbezogene Studiengänge durchsetzen, die aus einer festgelegten Mischung unterschiedlicher Fächer bestehen. Diese muss es selbstverständlich auch geben können – darf es aber nicht ausschließlich geben müssen.

Gerade an Universitäten wurde die Möglichkeit geschaffen, auch im gestuften Studium zwei Fächer relativ frei auszuwählen und dann parallel zu studieren. Derartige Modelle gibt es an einigen Universitäten, etwa in Bielefeld, Bochum, Bremen, Erfurt, Greifswald, Halle-Wittenberg, Osnabrück, Regensburg. Es handelt sich hierbei um das Studienmodell, das zum einen in der Nachfolge des alten Magisterstudiengangs das parallele Studium mehrerer Fächer ermöglicht (zwei Hauptfächer beziehungsweise ein Hauptfach und zwei Nebenfächer); und es ist das Studienmodell, das im Lehramtsstudium für Realschulen und Gymnasien Anwendung findet: zwei Unterrichtsfächer plus Pädagogik und Psychologie.

Gerade in der freien Kombinierbarkeit vieler Fächer liegt der große Vorteil und die hohe Attraktivität dieses universitär geprägten Studienmodells. Es setzt auf die Wahlfreiheit der Studenten, dank deren sie ihren individuellen Interessen und ihren individuellen beruflichen Zielen nachgehen können. Bis 2006 erhielten diese Studienfächer jeweils einzeln ihre Akkreditierungsurkunde. Mit der Verengung der Studiengangsdefinition ist das nicht mehr möglich. Infolgedessen sind die Zwei-Fächer-Studiengänge mit frei zu wählenden Fächerkombinationen nicht mehr akkreditierbar.

Anfang Februar wird das Problem endlich im Akkreditierungsrat mit den Agenturen besprochen. Ob sich die Runde für eine praktikable Lösung im Sinne der Vielfalt der Fächer entscheidet? Sie liegt in einer weniger engen Definition von Studiengängen. Ein Studiengang könnte demnach auch als die Summe seiner Teile, sprich: der Studienfächer, gelten. Im Akkreditierungsverfahren werden sie jeweils separat überprüft; zuvor hat es eine (positive) Bewertung des universitätsweiten Studienmodells gegeben, sodass auch der formale Aufbau des Studiengangs insgesamt auf den Prüfstand kommt.

So formal das Problem und seine Lösung auch erscheinen, auf dem Spiel steht die Zukunft der kleinen und mittelgroßen Fächer und damit auch ein universitäres Verständnis von Studium und Lehre.

Martin Winter arbeitet am Institut für Hochschulforschung Wittenberg (HoF).

http://www.zeit.de/2008/05/C-Akkreditierung?page=all

24. Januar 2008

Reclaim your Brain

Abgelegt unter: Termine — Dano @ 12:06

RECLAIM YOUR BRAIN! - Protesttag am 26.01.2008

Der AStA der Universität Frankfurt ruft gemeinsam mit dem AStA der Fachhochschule Frankfurt, dem Aktionsbündnis gegen Studiengebühren, dem Bündnis für Politik- und Meinungsfreiheit und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zum bundesweiten Aktionstag auf.

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Solidarität mit Besetzern

Abgelegt unter: Allgemein — Dano @ 12:01

Seminarraum an Göttinger Universität weiter in studentischer Hand

Von Reimar Paul

Der vor einer Woche von Studierenden besetzte Seminarraum in der Göttinger Universität ist schnell zum Treffpunkt geworden. In einer Ecke wird heftig über das Ergebnis der jüngsten Wahlen zum Studierenden-Parlament diskutiert, andere junge Leute lesen oder trinken Kaffee. Sessel, Sofas und Tische wurden herangeschafft. Wandzeitungen informieren über geplante Veranstaltungen, fast täglich gibt es Lesungen und Konzerte.

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22. Januar 2008

Wie ist die Jugend zu retten?

Abgelegt unter: Nachrichten — Hannes @ 03:24

Stern.de im Gespräch mit Franziska Drohsel, SPD - Juso Bundesvorsitzende

http://www.stern.de/video/602548.html?bcpid=1258426366&bctid=1364233671

Anmerkung HW:

Plakativ: Wenn man mal keine Ahnung hat, dann einfach mal die Fr… ähm, den Mund halten.

Ich werde in den nächsten Tagen eine Stellungnahme bzgl. diesem Interview schreiben - ich hoffe, ich finde die Zeit!

AG Feminismus

Abgelegt unter: AGs, Termine — Wolfgang @ 01:23

Nachdem der letzte Termin leider kurzfristig abgesagt werden musste, ist der der Nachholtermin (und somit auch das nächste Treffen ;)) am Donnerstag den 24.01. um 19:00 in der PT-Cafete — Magdalena bittet um zahlreiches Erscheinen.

Zum Text, etc. siehe den entspr. Eintrag zum ursprünglich geplanten Treffen (Klick mich).

18. Januar 2008

DieLinke.SDS Potsdam: Veranstaltungsbericht Klima und Vattenfall

Abgelegt unter: Hochschule, Kapitalismus, Nachrichten, Politik — Hannes @ 21:05

Liebe GenossInnen,

die LINKE.SDS Potsdam hatte am Mittwoch zu einer erfolgreichen Veranstaltung zur Klimapolitik mit Elmar Altvater, Vattenfall und einem Mitarbeiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung geladen. Unsere eigene Auswertung findet ihr im Anhang; die junge Welt berichtete in ihrer heutigen Ausgabe:

18.01.2008 / Feuilleton / Seite 12

Einfach notwendig
Warten auf die Kippelemente: In Potsdam versuchte man sich an der
Beantwortung der Frage, ob Klimaschutz im Kapitalismus möglich ist
Von Matthias Becker

Führt die anstehende Klimaveränderung unweigerlich in den Zusammenbruch?
Oder, genauer und besser gefragt: Wer werden die Opfer der kommenden Flut-
und anderen Katastrophen sein? Und wie lange wird es dauern, bis ein
Umsteuern unvermeidlich wird? Zur Klärung solcher Fragen lud die
Hochschulgruppe der Linken an der Universität Potsdam am Mittwoch an den
Griebnitzsee zur Veranstaltung »Profitgier versus Klimaschutz«.

Oliver Walkenhorst beschäftigt sich am einflußreichen Potsdamer Institut für
Klimafolgenforschung (PIK) auch beruflich mit den zu erwartenden Folgen des
globalen Temperaturanstiegs. Mit Bezug auf den Bericht des »Weltklimarates«
IPCC von letztem Jahr betonte der Klimaforscher, wie zerstörerisch die
Entwicklung bald werden könnte. Starkregen, tropische Wirbelstürme und
Überflutungen werden aber nicht die treffen, die für die klimaverändernden
Emissionen verantwortlich sind, sondern unter den Folgen werden in erster
Linie Regionen im globalen Süden leiden. Mit einigem Recht stünden sie
deshalb auf dem Standpunkt, daß der Norden das Problem, das er durch seine
industriellen Emissionen von Kohlendioxid verursacht hat, auch lösen soll.

Genaue Prognosen über die Folgen seien unmöglich, weil sogenannte
Kippelemente eine eigene Dynamik entfalten werden. Wenn durch die Erwärmung
beispielsweise die Eisschicht auf Grönland abschmilzt, wird der
Meeresspiegel um mehrere Meter ansteigen. Das wiederum werde Folgen haben,
die schlicht nicht berechenbar seien. Beim letzten G-8-Gipfel forderte die
deutsche Regierung, den Anstieg der Durchschnittstemperatur auf zwei Grad
Celsius zu begrenzen, laut Walkenhorst ein vernünftiges Ziel. Ob allerdings
der Emissionshandel als Kernstück der Klimapolitik taugt, wie es damals
Umweltminister Sigmar Gabriel forderte, sei zweifelhaft. Der Handel mit
»Verschmutzungsrechten« habe bisher keinerlei Emissionen verhindert. Bis zum
Jahr 2050 müsse der Ausstoß von CO2 um mindestens 50 Prozent (des Niveaus
von 1990), möglicherweise aber auch um 80 Prozent gesenkt werden.

Wer kann das durchsetzen, gegen die Interessen von Erdölkartellen, Industrie
und einer politischen Klasse, die gar nicht anders kann, als auf Wachstum zu
setzen? Walkenhorst beschreibt eine kompliziertere Gemengelage. In
verschiedenen Bereichen bestünde kommerzielles Interesse am Klimaschutz.
Deutschland ist schließlich Exportweltmeister auch bei der Technik für
erneuerbare Energie: Jedes zweite Windrad und jede dritte Solarzelle
weltweit werden hier produziert. Aber auch Energiewirtschaft und
Versicherungen würden aus eigenem (Profit-)Interesse auf die erneuerbaren
Energien und auf Effizienz setzen. Sogar eine Art künftiger
»Klimakeynesianismus« sei nicht auszuschließen.

Für Elmar Altvater, emeritierter Professor des Otto-Suhr-Instituts, der
seine Kapitalismuskritik mittlerweile in der Partei Die Linke zu verbreiten
versucht, stellt sich die Sache dagegen recht einfach dar: »Die Frage ist
nicht, ob verantwortungsvolle Klimapolitik im Kapitalismus möglich ist. Sie
ist einfach notwendig!« Schließlich stünde geradezu das Überleben der
Gattung auf dem Spiel. Die bisherigen Instrumente wie zwischenstaatliche
Selbstverpflichtungen seien völlig gescheitert, und der Emissionshandel
brächte zwar Profite, aber nicht weniger CO2-Ausstoß.

Edla Marter, die eigentlich den Stromkonzern Vattenfall/Berlin vertreten
wollte, hatte kurzfristig abgesagt, angeblich wegen Terminschwierigkeiten.
So fehlte der Beitrag des regionalen Strommonopolisten in der Debatte,
wieviel Modernisierungsfähigkeit dem Kapitalismus zuzutrauen ist. Vattenfall
plant in Brandenburg drei neue Kohlekraftwerke und setzt ansonsten auf
Kohlenstoffabscheidung und -speicherung. Auch diese Technologie produziert
CO2 und wird ohnehin erst in einigen Jahren zum Einsatz kommen können.

Elmar Altvater streitet bekanntlich für eine Allianz von Umweltschutz- und
globalisierungskritischer Bewegung, die eine »solare und solidarische
Gesellschaft« anstreben soll  wobei nicht ganz klar ist, wie sehr sich die
vom bisherigen kapitalistischen Weltsystem unterscheidet. In seinem Buch
»Das Ende des Kapitalismus«  übrigens für die linke Publizistik ein
beachtlicher Verkaufserfolg  beschrieb Altvater den Zusammenhang von
technisch-rationalem Naturverständnis, Industrialisierung und
kapitalistischer Gesellschaft. Weil demnächst ohnehin die fossilen
Energieträger erschöpft seien, bestünde zumindest die Chance, den
Kapitalismus zu beenden. Sozialismus ist gleich Sowjetmacht plus Solarstrom?
Wäre interessant gewesen, was Vattenfall/Berlin dazu meint.

http://www.jungewelt.de/2008/01-18/015.php

Vattenfall scheut Streitgespräch über Brandenburger Kohlekraftwerke

von Marwa Al-Radwany

Potsdam.  Profitgier vs. Klimaschutz. Ist verantwortungsvolle Klimapolitik im Kapitalismus möglich?  So lautete der Titel einer Veranstaltung am Mittwoch Abend, zu der DIE LINKE.SDS Potsdam, Hochschulgruppe an der Universität Potsdam und Teil des im Mai vergangenen Jahres gegründeten bundesweiten Studierendenverbands, in den Unikomplex Griebnitzsee geladen hatte. Über 60 Menschen, darunter Studierende, Schüler, aber auch Rentner aus Potsdam und Umgebung waren in der Erwartung eines sachkundigen und kontroversen Podiumsgespräch gekommen. Sachkundig, weil mit Oliver Walkenhorst, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Teil jener Arbeitsgruppe von Forschern, die an dem UN-Klimabericht mitgeschrieben hatten, ein äußerst fachkompetenter Redner auf dem Podium zugegen war, der die klimatischen Entwicklungen der letzten Jahre anschaulich und verständlich erläutern konnte. Kontrovers, weil als weitere Gäste der emeritierte Professor für Politikwissenschaften Dr. Elmar Altvater, der den Emissionshandel als  Teilprivatisierung der Atmosphäre  als für den Klimaschutz völlig ungeeignet kritisiert, sowie Edla Marter als Vertreterin des Stromkonzerns Vattenfall angekündigt waren. Viele der Brandenburger Gäste erhofften sich, von ihr Antworten auf berechtigte Fragen zu erhalten: Wieso der Konzern zum Beispiel, in Zeiten des hauptsächlich CO2-verursachten Klimawandels, in denen eine Verringerung des Kohlendioxidausstoßes um 80% bis zum Jahre 2050 unerlässlich sei, weiterhin in die CO2-intensive Braunkohleverstromung investiere   und für den Bau eines neuen Kohlekraftwerks in der Region Brandenburg drei Dörfer umsiedeln lasse.
Indes, der Stuhl von Vattenfall blieb leer:  Aufgrund anderer terminlicher Zwänge  wurde kurzfristig abgesagt - obwohl die Zusage zu dieser Veranstaltung schon seit Wochen erteilt worden war.  Enttäuschend  nannten dies viele der Gäste. Hätte doch das Unternehmen, das derzeit in der Region nicht sonderlich beliebt ist, seine Unternehmenspolitik im Rahmen dieser Diskussionsveranstaltung begründen, und eigene Antworten auf die immer wieder gestellte Frage aus dem Publikum  Was können wir konkret tun, um den Klimawandel zu stoppen?  formulieren können.
Die Frage selber konnte von keinem der Gäste zu aller Zufriedenheit beantwortet werden.  Eine Lehre angesichts der Leerstelle in der Podiumsrunde blieb den Gästen jedoch hängen: Nicht auf die großen Konzerne hoffen! Bis die sich zum Volk bequemen, nimmt man die Sache lieber selber in die Hand.

Mit 12 in den Knast!

Abgelegt unter: Nachrichten — Hannes @ 14:13

von: Ekkehart Krippendorff

Jugendkriminalität - Roland Koch und die Perversion von Politik

Wann kommt es schon vor, dass in einer vielschichtigen Frage die einschlägigen Experten - im Falle der “Jugendkriminalität” Juristen, Psychologen und Strafrechtler, Sozialarbeiter und Polizisten - nahezu geschlossen einer Meinung sind und die politische Klasse, auf der durchsichtigen Suche nach schnellen Antworten, davon keinerlei Notiz nimmt. Sie diskutiert das Thema lieber aus dem hohlen Bauch und weiß auch sofort, was zu tun ist: Nämlich das genaue Gegenteil dessen, was die Fachleute sagen. “Zufällig” decken sich die “Lösungen” der Politiker mit dem, was viele Menschen ohne Sachkenntnis, aber mit schlichter Logik ebenfalls “aus dem hohlen Bauch” heraus instinktiv für richtig halten. (weiterlesen…)

14. Januar 2008

Venezuela-Tage in Regensburg

Abgelegt unter: Allgemein, Termine — Dano @ 14:27

Liebe Freunde und Freundinnen,wir laden euch alle herzlich zu den Venezuela-Tagen nach Regensburg ein. Die Veranstaltung beginnt am 15. Januer und endet am 17. Januar.
Hier das Programm:

Dienstag, 15. Januar:

Filmvorführung “5 Fabriken - Arbeiterkontrolle in Venezuela” mit Filmbesprechung

Ort: Universität Regensburg, Raum H19, Zeit: 20.00 Uhr

Mittwoch, 16. Januar:

Venezuela - Sozialer Aufbruch oder Weg in die Diktatur?

Podiumsdiskussion mit Ingo Niebel (jungeWelt) und Lucia Schnell (DieLINKE.), sowie einem Vertreter des SDS Regensburg. Moderation: Michael Müller

Ort: Universität Regensburg, Raum H8, Zeit: 20:00 Uhr

Donnerstag, 17. Januar:

Party in der Mälze mit lateinamerikanischer Musik und Drinks

Am Plattenspieler Don Zitrone

Ort: Regensburg, Alte Mälzerei (Keller), 20:00 Uhr, Eintritt 2€

Wir würden uns freuen wenn ihr zahlreich erscheint und eure Freunde und Freundinnen mitbringt.

Bolivarische Grüße,
SDS Regensburg

Ex-Unirektor Prof. Dr. Gustav Obermair untersützt LINKE

Abgelegt unter: Allgemein, Nachrichten, Politik — FloP @ 12:08

Der Kommunalwahlkampf in Regensburg ist in vollem Gang. Prominente Unterstützung bekommt nun die Partei DIE LINKE. Der langjährige Rektor der Universität Regensburg, Prof. Dr. Gustav Obermair, ruft zur Unterstützung der selben auf. Pikant: Obermair ist selbst Mitglied der SPD. (weiterlesen…)

6. Januar 2008

AG Feminismus

Abgelegt unter: AGs, Termine — Wolfgang @ 21:47

Die AG Feminismus trifft sich das nächste Mal am 10.01.2008 um 20:00 Uhr in der PT-Cafete.

Der nächste Text wird sein: Frigga Haug, Zur Theorie der Geschlechterverhältnisse. Zu finden ist er u.A. im Internet. Ansonsten wird auch wieder eine Kopiervorlage im Semesterapparat sein, sobald die Bib nach den Weihnachtsferien wieder offen ist.

Weiteres zur AG findet sich demnächst an dieser Stelle.

5. Januar 2008

G-8-Razzia war Willkür

Abgelegt unter: Nachrichten — Hannes @ 16:03


Von Frank Brendle

Die Razzien gegen Globalisierungskritiker im Mai vorigen Jahres waren rechtswidrig. Generalbundesanwältin Monika Harms (CDU) hat ohne Rechtsgrundlage agiert, als sie am 9. Mai 2007 in rund 40 Wohngemeinschaften und linke Büros einbrechen ließ. Das entschied der Bundesgerichtshof in einem am Freitag veröffentlichten Beschluß. An der Großrazzia waren damals 900 Polizisten beteiligt, die in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen Computer beschlagnahmten, Unterlagen mitnahmen und in einigen Fällen gar Geruchsproben von den Beschuldigten erzwangen.Zur Begründung hatten damals sowohl Verfassungsschutz als auch Bundeskriminalamt von einer angeblichen »militanten Kampagne« gegen den G-8-Gipfel schwadroniert und vor Terror gewarnt. In den durchsuchten Häusern sollte die Kommandozentrale dieser »terroristischen Vereinigung« sein, die, so der Durchsuchungsbeschluß, »mit Brandanschlägen und anderen gewalttätigen Aktionen den bevorstehenden Weltwirtschaftsgipfel (G8) im Frühsommer 2007 in Heiligendamm erheblich zu stören oder zu verhindern« suchten.

Das war Propaganda. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob bereits am 20. Dezember – auf die Klage eines Betroffenen hin – den Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluß auf. Die Strafverfolgungsbehörden des Bundes seien »nicht zuständig« gewesen, hieß es. Die Begründung ist zwar überwiegend formal, aber auch inhaltlich eine Ohrfeige für die Bundesanwaltschaft (BAW). Denn die Richter äußern »nachhaltige Zweifel«, daß sich »die beschuldigten Globalisierungsgegner tatsächlich zu einer Vereinigung im strafrechtlichen Sinne zusammengeschlossen haben«. Aber selbst wenn, könne diese »nicht als terroristische Vereinigung eingeordnet werden«. Auch die Möglichkeit, gegen eine etwaige »kriminelle Vereinigung« zu ermitteln, scheide aus, weil es an der »besonderen Bedeutung des Falles« mangele. Mit anderen Worten: Die BAW war von Anfang an nicht berechtigt, ihre Truppen in Marsch zu setzen. Legal wäre nur gewesen, ganz normal die Polizeien der Länder ermitteln zu lassen.

Doch ein »normales« Vorgehen wollten die Verfolgungsbehörden gerade nicht, sondern größtmögliche Terrorhysterie. Der Sonderparagraph 129a mußte her, um Globalisierungskritiker zu diffamieren, die Bewegung zu spalten und Einblick in linke Strukturen zu gewinnen. In Hamburg wurde die Gelegenheit genutzt, mindestens eine Wohnung zu verwanzen, in Berlin wurde kurz nach der Razzia ein Peilsender am Auto eines Aktivisten gefunden. Aufgegangen ist das Konzept nicht: Wenige Stunden nach den Razzien gingen bundesweit über 10000 Menschen auf die Straße, die Empörung über die Polizeiwillkür kam der Protestbewegung zugute.

Bereits im November hatte der BGH den Lauschangriff auf die Hamburger Wohnung beanstandet. Der Terror-Vorwurf gegen die »militante gruppe« hat sich ebenfalls in Luft aufgelöst. Grünen-Chefin Claudia Roth sagte am Freitag, die Union habe »die rote Karte« für ihre »unverhältnismäßige Eskalationspolitik« bekommen. Die Innenpolitikerin der Linksfraktion Ulla Jelpke forderte, die Ermittlungsrichter müßten sich die Fälle genauer ansehen und nicht vorschnell den Forderungen der BAW nachgeben.

http://www.jungewelt.de/2008/01-05/062.php

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