24. Januar 2008

Solidarität mit Besetzern

Filed under: Allgemein — Dano @ 12:01

Seminarraum an Göttinger Universität weiter in studentischer Hand

Von Reimar Paul

Der vor einer Woche von Studierenden besetzte Seminarraum in der Göttinger Universität ist schnell zum Treffpunkt geworden. In einer Ecke wird heftig über das Ergebnis der jüngsten Wahlen zum Studierenden-Parlament diskutiert, andere junge Leute lesen oder trinken Kaffee. Sessel, Sofas und Tische wurden herangeschafft. Wandzeitungen informieren über geplante Veranstaltungen, fast täglich gibt es Lesungen und Konzerte.

Die Aktion für »selbstverwaltete Freiräume an der Uni« ist zumindest bei Teilen der Studentenschaft gut angekommen. Die linken Hochschulgruppen und viele Fachschaften haben sich mit den Besetzern solidarisiert. Auch von außerhalb gibt es Unterstützung, zum Beispiel am Mittwoch ein Solischreiben des AStA der Freien Universität Berlin.

Im vergangenen Jahr hatte die Hochschulleitung das studentische »Café Kollabs« im Keller der sozialwissenschaftlichen Fakultät ohne offizielle Begründung geschlossen. Zuvor war ein Brand in dem Gebäude ausgebrochen, ein Feuerwehrmann kam bei den Löscharbeiten ums Leben. Vage Vermutungen, das Feuer sei damals im »Café Kollabs« entstanden, wurden nicht bewiesen.

Seit Monaten fordern Studierende von der Universität einen neuen selbstverwalteten Raum. Da die Verhandlungen nicht vorankamen, besetzten rund 40 Aktivisten vor einer Woche den Seminarraum 1140 im sogenannten Blauen Turm. Dadurch ist es zumindest gelungen, neuen Schwung in die Gespräche zu bringen. Der Präsident der Universität, Professor Kurt von Figura, sicherte zu, man werde bis zum Beginn des Sommersemesters eine entsprechende Räumlichkeit zur Verfügung stellen. Bis dahin werde den Studierenden eine Übergangslösung im alten Heizwerk der Uni angeboten. Die Besetzer wollen sich allerdings nicht mit einem lichtlosen Raum am Rand des Hochschulgeländes abspeisen lassen. Ein Alternativraum müsse zentral auf dem Campus liegen, Öffentlich und sichtbar zugänglich sein, Fenster haben und sanitäre Anlagen in der Nähe.

http://www.jungewelt.de/2008/01-24/061.php

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