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30. April 2008

Viel zu wenig Geld für das deutsche Bildungssystem

Abgelegt unter: Nachrichten — Dano @ 22:19

Viel zu wenig Geld für das deutsche Bildungssystem

Thorsten Stegemann 29.04.2008

Studierende und Hochschullehrer fordern von den politischen Entscheidungsträgern Haushaltsumschichtungen zugunsten von Bildung und Wissenschaft. Pro Jahr sollen Zusatzinvestitionen von mindestens 2,7 Milliarden Euro ermöglicht werden.

Jahrelang beschränkten sie sich auf gelegentliche Widerworte, wenn die eminent wichtigen, in Kommissionen berufenen Wissenschaftler und all die modernisierungsbewussten Bildungspolitiker unter dem Schlagwort “Hochschulreform” neue Maßnahmen zusammenrührten. Doch jetzt wollen die Betroffenen endlich in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Ende letzter Woche gründeten neun Institutionen und Verbände die sogenannte [extern] Hochschulallianz. Mit vereinten Kräften soll eine “grundlegende Umstellung der Haushalts-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik von Bund und Ländern zugunsten von Bildung und Wissenschaft” durchgesetzt werden.

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Was ist Bildung dem Staat und der Gesellschaft in Deutschland eigentlich wert, fragt die Hochschulallianz und rührt damit an den Kern des Problems. Denn alle strittigen Themen der Hochschulpolitik – von der sozialen Auslese über Studiengebühren und Stipendien bis hin zu Hochschulpakt, steigenden Studentenzahlen und Spitzenuniversitäten – hängen unmittelbar mit Finanzierungsfragen zusammen, bei denen nur eines ganz sicher ist: ihre Antwort liegt irgendwo im Milliardenbereich.


Lückenhafte Finanzplanung

Diese abstrakte Größe hat längst praktische Folgen für die Studierenden, meint die Hochschulallianz und verweist auf die wichtigsten Kennzahlen der vergangenen Jahre. So beträgt das strukturelle Defizit an deutschen Hochschulen nach Berechnungen der [extern] Hochschulrektorenkonferenz in den Jahren 2007 bis 2020 durchschnittlich 2,3 Milliarden Euro pro Jahr.

Um vorausschauend zu sparen, wurden schon von 1995 bis 2005 rund 1.500 Professorenstellen abgebaut. Die Betreuungsrelation an deutschen Universitäten stagniert mit etwa 1:60 weit unter den internationalen Vergleichszahlen. Wer sich in den Geistes- und Sozialwissenschaften eingeschrieben hat, darf unter Umständen mit bis zu 170 Kommilitonen um die Aufmerksamkeit eines Professors buhlen. In den Vereinigten Staaten erreichen die besten Hochschulen Quoten, die zwischen 1:7 und 1:15 liegen, aber auch an der ETH Zürich (1:36) ist man den Nachbarn um einige Schritte voraus.

Auch in anderen Bereich hat Deutschland den Anschluss verloren. So wird das “Lissabon-Ziel”, das ab 2010 die Investition von mindestens 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Ausgaben in Forschung und Entwicklung vorsieht (aktueller Stand: 2,54 Prozent) aller Voraussicht nach verfehlt und überdies nur unzureichend in den akademischen Nachwuchs investiert. Die [extern] OECD musste bereits 2006 feststellen, dass Deutschland für seine Studierenden 11.600 US-Dollar im Jahr ausgibt, während sich die Vereinigten Staaten auf gut 24.000 und die Schweizer sogar auf 25.900 US-Dollar vorgearbeitet haben.

Diese Zahlen sind umso problematischer, als Experten immer wieder darauf hinweisen, dass die Hochschulabsolventenquote hierzulande baldmöglichst auf 35, die Studienanfängerquote auf 40 und die Studienberechtigungsquote auf 50 Prozent eines Altersjahrgangs angehoben werden sollte.

Von einem Aufwärtstrend kann allerdings nirgends die Rede sein. Im Gegenteil, selbst der Anteil öffentlicher Zuschüsse an der Gesamtfinanzierung der Studentenwerke wurde zwischen 1992 und 2007 von damals 23,8 auf nun 11,9 Prozent gesenkt. Im Hochschulpakt 2020 ist von einem baldigen Ausbau der Studienorientierungs- und Beratungssysteme ebenso wenig die Rede wie von neuen Wohnplätzen für den erwarteten Anstieg der Studierendenzahlen. Das [extern] Deutsche Studentenwerk geht davon aus, dass schon für 90.000 zusätzliche Studierende rund 20.000 Wohnplätze geschaffen werden müssten. Allein dieses Finanzierungsvolumen läge bei geschätzten [extern] 400 Millionen Euro.


Halbherzige Beschlüsse

Die Hochschulallianz bestreitet keineswegs, dass in den vergangenen Jahren wichtige Reformschritte unternommen wurden. Allerdings sei die [extern] Exzellenzinitiative, die der Forschung zwischen 2006 und 2010 immerhin 1,9 Milliarden Euro beschert, weder der Verbesserung der Lehrbedingungen noch der maroden Infrastruktur der Hochschulen zugute gekommen. Auch der [extern] Hochschulpakt 2020 ändere trotz seines Volumens von gut einer Milliarde nichts an der strukturellen Unterfinanzierung, weil die Kosten für einen Studienplatz zu knapp bemessen seien und die Vereinbarung lediglich für vier Jahre gelte. Von dem doppelten Abiturjahrgang durch die G 8-Reform, der Mehrbelastung von etwa 20 Prozent durch die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge und dem Vorhaben 40 Prozent eines Altersjahrgangs an die Hochschulen zu bringen, erwarten Kritiker eine weitere Verschärfung des ohnehin schon dramatischen Finanzierungsproblems.



Das Ergebnis sind in die Autonomie der eigenen Mittelkürzung entlassene Hochschulen, hochqualifizierte Professoren, die keine Zeit mehr zur Forschung haben, Nachwuchswissenschaftler, denen in Deutschland vielfach keine Perspektive geboten werden kann, Doktoranden, die in erheblichem Maße in der Lehre eingesetzt werden, sowie Studierende, denen die zum Erwerb einer Berufsqualifikation notwendigen Ressourcen vorenthalten werden und deren soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sich kontinuierlich verschlechtern.
Hochschulallianz


Konkrete Vorschläge

Die Bestandsaufnahme, die der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen, der Ring Christlich-Demokratischer Studenten, das Deutsche Studentenwerk, Thesis, die Bundesvertretung Akademischer Mittelbau, der Verband Hochschule und Wissenschaft, Hochschullehrerbund und Deutscher Hochschulverband Ende letzter Woche in Berlin vorstellten, ist keineswegs neu. Doch die Allianz will es nicht bei allgemeinen Vorwürfen bewenden lassen und auch nicht vorrangig die Bildungs- und Wissenschaftspolitiker ansprechen.

Sie fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Ministerpräsidenten und die Finanzminister im Bund und in den Ländern auf, “endlich in eine längst überfällige, ernste und leidenschaftliche Prioritätendebatte über die Staatsausgaben einzutreten”. 2,7 Milliarden Euro sollen pro Jahr zusätzlich in das deutsche Hochschulsystem fließen, und diese Summe muss andernorts eingespart werden. Die Hochschulallianz fragt deshalb:



Ist eine Sozialquote von 70 Cent pro eingenommenen Steuer-Euro, sind ein jährlicher Wehretat von nahezu 30 Mrd. Euro wichtiger und vorrangiger als die Bildung junger Menschen? Soll der Steinkohlebergbau zukünftig weiter mit rund 2,4 Mrd. Euro pro Jahr subventioniert werden? Ist es vertretbar, dass jährlich Millionen Euro in ausufernden bürokratischen Apparaten versanden? Oder ist es wichtig, in Bildung und Wissenschaft als unsere Zukunft zu investieren?
Hochschulallianz

Die Hochschulallianz will die Beantwortung dieser Fragen nicht mehr allein den Haushaltsausschüssen und Kabinetten überlassen, sondern im Rahmen einer öffentlichen Diskussion den “Vorrang von Bildung und Wissenschaft” durchsetzen und in der Folge “eine entsprechende Umstellung der Haushalts-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik” herbeiführen.


Machtfragen und Geldsorgen

Die Anstrengung der Hochschulallianz ist aller Ehren wert, denn die vorgetäuschte Prioritätensetzung der vergangenen Jahren hat zweifelsohne verhindert, dass auf dem Weg einer schonungslosen Bestandausnahme genaue Bedarfsgrößen ermittelt wurden und dann konkret über Finanzierungsmöglichkeiten diskutiert werden konnte. Mit dem Verweis auf die grundsätzliche Bereitschaft der Wirtschaft, irgendwann Stipendien in noch festzulegender Höhe bereitzustellen, oder der Ankündigung eines “Hochschulpakts 2020″, der nicht einmal bis 2012 durchgerechnet ist, sind Fortschritte sicher nicht zu erzielen.

Allerdings gehören die protestierenden Institutionen und Verbände kaum zu den Entscheidungsträgern der deutschen Hochschulpolitik. Ob ihre Vorstellungen in der öffentlichen Diskussion eine gewichtige Rolle spielen, wenn die Gründungsfanfare verklungen ist, hängt sicher entscheidend davon ab, wer sich der Allianz noch anschließt beziehungsweise ihre Forderungen unterstützt.

Natürliche Bündnispartner gäbe es reichlich, auch außerhalb der Fachhochschulen und Universitäten. Denn um die Situation an den Hochschulen zu verbessern, müsste in anderen Bildungsbereichen mit der großen Sanierung begonnen werden. Kitas, Kindergärten und Schulen hätten sicher ebenfalls nichts gegen “Haushaltsumschichtungen zugunsten von Bildung und Wissenschaft” einzuwenden. Anders formuliert: Um das gesamte deutsche Bildungssystem wieder auf Vordermann zu bringen, würden 2,7 Milliarden Euro nicht einmal ausreichen.

 

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27823/1.html

29. April 2008

“Enteignet Springer!”

Abgelegt unter: Aktionen — FloP @ 21:18

Anlässlich der morgigen Demonstration zur Umbennung der Berliner Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße erneuert der Studierendenverband Linke.SDS die Forderung nach der Enteignung Springers.

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Wie das Staatsministerium demokratische Prinzipien missachtet

Abgelegt unter: Allgemein — FloP @ 10:18

Arbeit des SDS-Bamberg soll von höchster Stelle verhindert werden.

Dass es bei der Anerkennung der Hochschulgruppe des sozialistisch-demokratischen Studierendenverbandes an der Universität Bamberg Probleme geben würde, darauf waren die Mitglieder des SDS gefasst, schlimmer geht aber bekanntlich immer.
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24. April 2008

Gedenkmarsch für die Opfer des KZ Flössenbürg

Abgelegt unter: Nachrichten — Dano @ 15:10

Gestern versammelten sich in Regensburg ca. 150 Personen, um der Opfer zu gedenken, die im April 1945 bei den Todesmärschen durch Regensburg durch Faschistenhand ums Leben kamen. Ein riesiges Transparent mit den Namen der 65 Opfer erinnerte an die Verbrechen.

Der Zug startete am Denkmal für die ermordeten Juden bei Stadt am Hof/Steinerne Brücke und zog dann weiter über den Neupfarrplatz, wo Ernst Grube, ein KZ-Überlebender, vor der Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Kommunismus und somit vor der Relativierung der deutschen Verbrechen warnte. Von dort aus ging es weiter zur Gedenktafel eines ermordeten Zeugen Jehovas. Dort hielt ein Vertreter der Regensburger Glaubensgemeinschafte eine kurze Rede. Schließlich ging der Zug weiter über das Denkmal bei der Alten Synagoge, wo ein Vertreter der jüdischen Gemeinde ein kurzes Grußwort hielt, zum Dachauplatz, wo ein polnischer Überlebender des Holocausts und des Todesmarsches eindringlich an die Besucher appelierte ihr Kinder im Sinne des Friedens zu erziehen.

Im Anschluss an die Aktion besichtigten noch einige der Teilnehmer eine Ausstellung von Gefangenen des KZ Flössenbürg im Historischen Museum in Regensburg. Ein gute Gelegenheit mit den Überlebenden des Holocaustes sowohl persönlich als auch über die Kunst in Kontakt zu treten.

Das Gedenken an die Verbrechen Deutschlands während dem Zweiten Weltkrieg darf nicht verebben und darf erst recht nicht durch revisionistische Debatten über die Verbrechen Stalins oder die Gleichstellung “zweier deutscher” Diktaturen verwischt werden. Gerade wir als vierte Generation in Deutschland sind dazu aufgerufen die Erinnerung an die Opfer lebendig zu halten, zu mahnen vor den verheerenden Auswirkungen des Nationalismus und rassistischer Weltbilder. Und gerade durch die Erfahrungen im Faschismus müssen wir um so dringlicher den Herrschenden auf die Hände schauen. Denn die Etablierung eines Polizeistaates, die Unterdrückung antikapitalistischer Aktionen, der virulente Rassismus und Antisemitismus in der Mitte der deutschen und europäischen Gesellschaft sind eindeutiges Zeichen dafür, dass der Kampf gegen den Faschismus noch nicht geschlagen wurde.

Dano

23. April 2008

Spiegel-Online: Reiche Studenten sind doppelt so mobil wie arme

Abgelegt unter: Allgemein, Nachrichten — Dano @ 12:10

In einem heute erschienen Artikel auf Spiegel-Online geht der Präsident des DSW auf die soziale Schieflage bei der Ableistung eines Auslandsstudiums deutscher Studenten. Zudem kritisiert eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS), dass vor allem ausländische Studenten in Deutschland eine ungewöhnlich hohe Abbrecherquote aufweisen. Es ist von 50% die Rede.

“Reiche Studenten sind doppelt so mobil wie arme

Von Jochen Leffers und Raphael Geiger

Deutschland ist ein Magnet für ausländische Studenten - und umgekehrt sind deutsche Studenten alles andere als Stubenhocker. 76.000 pro Jahr gehen ins Ausland. Eine neue Auswertung zeigt aber auch: Der Geldbeutel ihrer Eltern spielt dabei eine große Rolle.

Sie fahren für ein Praktikum in die Schweiz, machen einen Sprachkurs in Paris oder schreiben sich für ein, zwei Semester an einer englischen Uni ein - Auslandsaufenthalte sind bei deutschen Studenten ziemlich beliebt. Und: Gleichzeitig studieren in Deutschland immer mehr Ausländer, die Bundesrepublik ist das drittbeliebteste Studienziel der Welt, nach den USA und Großbritannien. Das geht aus einer Sonderauswertung zur jüngsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) hervor. Die Untersuchung offenbart aber auch große Probleme bei Integration ausländischer Studenten und eine soziale Schieflage bei jungen Deutschen, die im Ausland studieren.

“Deutsche Studierende sind wesentlich mobiler als Studierende aus anderen Industrieländern, deutlich mobiler als etwa Studierende aus Großbritannien oder den USA”, sagte DSW-Präsident Rolf Dobischat. Im Jahr 2000 gingen noch 52.000 deutsche Studenten im Ausland; 2005 waren es schon knapp 76.000. Die Studie zeigt weiter, dass im Sommersemester 2006 bereits 16 Prozent aller deutschen Studenten einen “studienbezogenen” Auslandsaufenthalt absolviert hatten. Dazu zählen Sprachkurse, Praktika und Studium. Bei Studenten höhrerer Semester war es sogar knapp ein Drittel. Das Bundesbildungsministerium gab am Dienstag als Ziel aus, die Zahl der deutschen Studenten im Ausland in den nächsten fünf Jahren auf 100.000 pro Jahr zu steigern.

Mit Auslandserfahrung beim Berufsstart punkten

Frauen sind mobiler als Männer; am häufigsten verbringen Studierende der Medizin sowie der Sprach- und Kulturwissenschaften einen Teil ihrer Studienzeit an ausländischen Hochschulen. Ihre Lieblingsziele sind die Niederlande (12.000 Deutsche), nach Großbritannien (11.500) und Österreich (10.000). Auf den weiteren Plätzen folgten die USA, die Schweiz und Frankreich.

Die Auswertung zeigt aber auch: Trotz Auslands-Bafög und Erasmus-Stipendien - Studenten aus wohlhabenden Elternhäusern absolvieren doppelt so häufig einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland wie junge Menschen aus armen Familien, bei denen Dobischat eine zunehmende “Vermeidungsstrategie” sieht. Der DSW-Präsident befürchtet, die soziale Schieflage beim Auslandsstudium werde sich angesichts dichter Stundenpläne im neuen Bachelorstudium, Finanzprobleme und der ungeklärten Anerkennung von im Ausland erworbenen Leistungsscheinen noch verstärken. Die wichtigste Finanzierungsquelle der Auslandsstudenten sind die Eltern, gefolgt von Stipendien, eigenem Verdienst und Bafög.

“Alle Studierenden müssen mobil sein, unabhängig von ihrer Herkunft oder dem Geldbeutel der Eltern”, sagte Dobischat. Auslandserfahrungen seien zunehmend für die spätere Berufskarriere entscheidend. Das bestätigt eine Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit: Demnach sind Erasmus-Studenten auch nach dem Studium deutlich mobiler, ein Auslandssemester erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine Laufbahn im Ausland um 15 bis 20 Prozent - und oft gehen sie als Absolventen in das Land, in dem sie während des Erasmus-Aufenthalts waren. Im Hochschuljahr 2006/2007 gab es knapp 24.000 deutsche Erasmus-Studenten.

Jeder Zehnte an deutschen Hochschulen ist Ausländer

In umgekehrter Richtung bejubelten Bildungspolitiker am Dienstag, dass Deutschland bei ausländischen Studenten immer beliebter wird. Denn seit 1997 hat sich ihre Zahl stetig erhöht, von 100.000 auf 190.000 im Jahr 2006. Damit belegt Deutschland als Studienziel im weltweiten Vergleich hinter den USA und Großbritannien einen führenden Platz. Inzwischen stellen Ausländer fast ein Zehntel aller Studenten an deutschen Hochschulen. Knapp 250.000 sind es, wenn man die sogenannten “Bildungsinländer” mit einrechnet - sie haben zwar eine ausländische Staatsbürgerschaft, ihren Bildungsweg aber in Deutschland absolviert.

Gut die Hälfte der Studenten kommt aus Europa nach Deutschland, gefolgt von Studenten aus Asien mit einem Anteil von 32 Prozent. Aus Afrika kommen elf, aus Süd- oder Nordamerika sechs Prozent. Ganz vorn bei den Ländern liegt China mit 14 Prozent der Studenten, gefolgt von Bulgarien und Polen mit jeweils sechs Prozent. Junge Ausländer aus Industrienationen studieren in Deutschland besonders häufig Sprachen und Kulturwissenschaften, die aus Entwicklungsländern wählen dagegen vor allem Technik-Fächer.

Der Studie zufolge stehen ausländischen Studenten im Schnitt monatlich 645 Euro zur Verfügung - im Vergleich zu 770 Euro, die deutsche Studenten ausgeben können. Jobben und die Eltern sind ihre wichtigsten Geldquellen. 85 Prozent der jungen Ausländer organisieren ihr Studium selbst und kommen ohne Austauschprogramm nach Deutschland. Zum Zeitpunkt der Umfrage im Sommer 2006 hatten 62 Prozent angegeben, vor allem wegen der damaligen Studiengebührenfreiheit gekommen zu sein. Inzwischen werden in mehreren Bundesländern Studiengebühren erhoben.

Extrem viele Abbrecher bei ausländischen Studenten

Die Sozialerhebung wie auch andere Untersuchungen nähren starke Zweifel, ob der Zustrom ausländischer Studenten wirklich eine Erfolgsgeschichte ist. So zeigte kürzlich eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS), dass gut die Hälfte im Studium scheitert und sich viele weitere nur mit großen Schwierigkeiten durchbeißen.

Die Hannoveraner Bildungsforscher hatten rund 2000 ausländische Studenten in Aachen und München befragt. Sie sprechen von einem “Schwundanteil von deutlich über 50 Prozent”. Das alarmierende Ergebnis: “Wir wollen gezielt kluge Köpfe aus dem Ausland holen - und die, die dann tatsächlich kommen, fühlen sich an den Hochschulen oft hoffnungslos verloren”, sagte HIS-Forscher Ulrich Heublein der “Zeit”.

“Die Integration ausländischer Studierender muss besser werden”, forderte auch Studentenwerks-Chef Ralf Dobischat am Dienstag. Viele klagten über die schwierige Orientierung im deutschen Studiensystem, den mangelnden Kontakt zu ihren deutschen Kommilitonen sowie Hürden bei der Studienfinanzierung. Die HIS-Ergebnisse zeigen deutlich, woran es hapert: Zwei Drittel der jungen Ausländer haben in ihrer Heimat bereits studiert und oft sehr intensive Zuwendung erfahren. In Deutschland dagegen, wo einzelne Studenten in der akademischen Maschinerie nicht viel zählen, rutschen sie schnell durch das extrem weitmaschige Betreuungsnetz in die Isolation.

Verblüffend zum Beispiel: Zwar wohnt fast die Hälfte der ausländischen Studenten in Wohnheimen, aber zur Verbesserung der Deutschkenntnisse scheint das keineswegs zu führen. Laut HIS sprechen beinahe 40 Prozent weniger als einmal pro Woche mit deutschen Studenten - sie finden kaum Anschluss, niemand kümmert sich um sie. Das erklärt auch, warum Ausländer oftmals am Ende ihres Studiums nicht besser, sondern sogar schlechter Deutsch sprechen als zu Beginn.

Mit Material von dpa/AP/AFP”

Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,549029,00.html

22. April 2008

Aufruf zum 1. MAI - Aufmucken statt wegducken - wir meinen: Solidarisieren - Mitmarschieren!

Abgelegt unter: Aktionen, Ankündigungen, Nachrichten — Dano @ 15:46

Der SDS Regensburg ruft alle Studierenden zur großen Maidemonstration auf dem Heydplatz in Regensburg auf. Gewerkschaften, Globalisierungskritische Bewegungen und Linkspartei, engagierte Bürger und Bürgerinnen, Arbeiter und Arbeiterinnen, Studierende, Schüler und Schülerinnen auf der ganzen Welt begegnen sich heute zu Demonstrationen, Kundgebungen, Straßenfesten und sonstigen Aktionen.

09:00 Uhr Treffpunkt am Gewerkschaftshaus (Richard-Wagner-Straße 2)
09:30 Uhr Demozug zum Haidplatz.
10:15 Uhr Hauptkundgebung am Haidplatz mit anschließendem Maifest mit musikalischer Umrahmung

mehr Infos hier

Die juristischen Fakultäten klagen gegen den Hochschulrat.

Abgelegt unter: Hochschule, Nachrichten — Dano @ 15:36

Kämpfen für Humboldts Ideale

Die juristischen Fakultäten klagen gegen den Hochschulrat. Morgen ist die mündliche Verhandlung.

Regensburg. Von Christian Gressner, MZ (16.04)

Es ist eine Entscheidung, die langfristige Konsequenzen für die Hochschullandschaft nicht nur in Bayern, sondern in Deutschland haben wird: Für morgen hat der Bayerische Verfassungsgerichtshof eine mündliche Verhandlung zu der Popularklage aller juristischen Fakultäten an den bayerischen Universitäten angesetzt. Denn die Hochschullehrer sehen durch das Hochschulgesetz vom Mai 2006 die durch die bayerische Verfassung garantierte akademische Selbstverwaltung und das Grundrecht auf Wissenschaftsfreiheit verletzt. Mit der Klage wollen die juristischen Fakultäten auch mehr Mitbestimmungsrechte bei der Berufung von Professoren einfordern. Die zuständigen Hochschulleitungen verfügten über keine hinreichende Fachkompetenz. Ein Termin für die Urteilsverkündung steht jedoch noch nicht fest.

Reformeifer war zu groß

Der für eine Popularklage ungewöhnliche Termin „bejaht die grundsätzliche Bedeutung dieser Entscheidung“, sagte der Bayreuther Jura-Professor Wolfgang Kahl der MZ. Er vertritt die Fakultäten vor Gericht. Nach seiner Ansicht hat der Gesetzgeber in Bayern mit der Hochschulreform den Bogen überspannt. Die Hochschullehrer kritisieren vor allem Artikel 26 des Gesetzes. Dort sind Zusammensetzung und Aufgaben des Hochschulrats beschrieben – ein Gremium, das nach Ansicht aller bayerischen Jura-Fakultäten zu viel Einfluss auf fachspezifische Entscheidungen nehmen kann.

In dem Rat sind die Professoren mit weniger als einem Drittel der Stimmen vertreten. Einen starken Einfluss – die Hälfte der Stimmen – haben dagegen „Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur und insbesondere aus Wirtschaft und beruflicher Praxis“, so das Gesetz. Sie sind nicht Mitglieder der Hochschule, sondern sollen nach den Wünschen des Gesetzgebers Impulse von außen geben. Doch sie können mit ihren Stimmen zum Beispiel die Einstellung eines Studienganges entscheidend beeinflussen. „Wir haben es dann mit einer anderen Universität zu tun als bisher“, so Kahl, das Humboldt’sche Ideal der Selbstverwaltung wäre dahin. Die neue Hochschule würde „wie ein privates Unternehmen nach Effizienzpunkten und durch Aufsichtsräte geführt“. Zeitaufwendige und riskante Projekte, wie in der Grundlagenforschung nötig, wären nur noch schwer durchführbar. „Wenn das Gericht den neuen Typus zulässt, kann die Universität jede Form annehmen, die der Gesetzgeber will“, befürchtet Kahl.

„Es wird kein Persilschein kommen“

Doch er hofft bei dem Verfassungsgerichtshof auf eine Entscheidung in seinem Sinne. „Verfassungsrechtlich unzulässig ist eine Organisation der Hochschule, die Gefahren für eine freie wissenschaftliche Betätigung bringt“, heißt es in der Begründung der Klage. Dies sei aber dann der Fall, wenn die Professoren unter den stimmberechtigten Mitgliedern des Rates in der Minderheit sind. „Wir sind zuversichtlich, dass das Verfahren gewonnen wird“, sagt Kahl. „Es wird kein Persilschein für den Gesetzgeber kommen.“
Quelle: http://www.mittelbayerische.de/hochschule/artikel//kaempfen_fuer_humboldts_ideale/223956/kaempfen_fuer_humboldts_ideale_1.html

1968 - 40 Jahre antiautoritäre Bewegung

Abgelegt unter: Termine — Dano @ 14:59

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16. April 2008

Studierende verzweifeln am Bachelor

Abgelegt unter: Allgemein — Hannes @ 12:33

Nachdem im Februar die HIS Studie zur Studienabbruchquote erschien, gibt es nun zu Beginn des Semesters jede Menge weitere Negativschlagzeilen zum Bachelor-Studium: (siehe unten)
Höhere Zulassungsbeschränkungen als zuvor, zu viel Stress und Prüfungsangst, kein Lerneffekt.
Eine Studie der Techniker Krankenkasse zum Gesundheitsstand von Studierenden setzt Depressionen in Verbindung mit Studiengebühren und Bachelor-Reform. Die Deutsche Welle hat es aufgegriffen unter “Studieren mit Psychopharmaka”.
Report Mainz vom 7.4. spricht im Zusammenhang von Bachelorreform von “Hölle Hochschule” und “Bulimie-Learning”.
Auch Studierende mit Kind haben es nach den neuen Studienordnungen schwerer als zuvor, wie n-tv beschreibt. (weiterlesen…)

Das Gerechtigkeitsverständnis der Volksparteien im Wandel Sozialpolitik in den Parteiprogrammen von CDU, CSU und SPD

Abgelegt unter: Allgemein — Hannes @ 11:03

Aufgrund der sich hierzulande immer mehr vertiefenden Kluft zwischen Arm und Reich einerseits sowie eines wachsenden Protestpotenzials im außerparlamentarischen Raum und Wahlerfolgen der neuen LINKEN andererseits ist die soziale Gerechtigkeit als Schlüsselthema auf die politische Agenda der Bundesrepublik zurückgekehrt. Mit dem Sozialstaat und Gerechtigkeitsfragen beschäftigten sich auch die etablierten Parteien zuletzt wieder intensiver als zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Seinerzeit beherrschte der Um- bzw. Abbau des Wohlfahrtsstaates alle Debatten über die Sozialpolitik, sowohl jene der rot-grünen Koalition wie auch der Union. Umso erstaunlicher ist, wie stark sich trotz fortbestehender politischer Gegensätze zwischen den Parteilagern in Bezug auf die angeblich notwendige Umgestaltung des Sozialstaates und das ihnen zugrunde liegende Gerechtigkeitsverständnis alle drei Programme gleichen. Manchmal reichen die Gemeinsamkeiten bis in die Begrifflichkeit und einzelne Programmformulierungen hinein. Von Christoph Butterwegge
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10. April 2008

Filmfestival “ueber morgen” auch in Regensburg Utopien, Träume, Weltentwürfe

Abgelegt unter: Allgemein — Hannes @ 12:23

Von 04.-29 April  werden im Regina Filmtheater 7 Filme gezeigt.  Alle Filme beschäftigen sich mit der Frage “In was für einer Gesellschaft wollen wir leben”.   Es ist ein bundesweites Festival, das in über 100 deutschen Städten läuft. In Regensburg wird das Fimferstival  organisiert von der FreiwilligenAgentur Regensburg und Stadtjugendring Regensburg mit Unterstützung der  im Programmheft  genannten Regensburger Gruppen/Organisationen, die im Anschluß an die Filme für Fragen und zur Diskussion zur Verfügung stehen.

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11. Februar 2008

Treffen in den Semesterferien

Abgelegt unter: Allgemein, Termine — Wolfgang @ 15:51

Während der Semesterferien treffen wir uns nur alle zwei Wochen, sonst wie gehabt (siehe hier).

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