24. April 2008

Gedenkmarsch für die Opfer des KZ Flössenbürg

Filed under: Allgemein — Dano @ 15:10

Gestern versammelten sich in Regensburg ca. 150 Personen, um der Opfer zu gedenken, die im April 1945 bei den Todesmärschen durch Regensburg durch Faschistenhand ums Leben kamen. Ein riesiges Transparent mit den Namen der 65 Opfer erinnerte an die Verbrechen.

Der Zug startete am Denkmal für die ermordeten Juden bei Stadt am Hof/Steinerne Brücke und zog dann weiter über den Neupfarrplatz, wo Ernst Grube, ein KZ-Überlebender, vor der Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Kommunismus und somit vor der Relativierung der deutschen Verbrechen warnte. Von dort aus ging es weiter zur Gedenktafel eines ermordeten Zeugen Jehovas. Dort hielt ein Vertreter der Regensburger Glaubensgemeinschafte eine kurze Rede. Schließlich ging der Zug weiter über das Denkmal bei der Alten Synagoge, wo ein Vertreter der jüdischen Gemeinde ein kurzes Grußwort hielt, zum Dachauplatz, wo ein polnischer Überlebender des Holocausts und des Todesmarsches eindringlich an die Besucher appelierte ihr Kinder im Sinne des Friedens zu erziehen.

Im Anschluss an die Aktion besichtigten noch einige der Teilnehmer eine Ausstellung von Gefangenen des KZ Flössenbürg im Historischen Museum in Regensburg. Ein gute Gelegenheit mit den Überlebenden des Holocaustes sowohl persönlich als auch über die Kunst in Kontakt zu treten.

Das Gedenken an die Verbrechen Deutschlands während dem Zweiten Weltkrieg darf nicht verebben und darf erst recht nicht durch revisionistische Debatten über die Verbrechen Stalins oder die Gleichstellung “zweier deutscher” Diktaturen verwischt werden. Gerade wir als vierte Generation in Deutschland sind dazu aufgerufen die Erinnerung an die Opfer lebendig zu halten, zu mahnen vor den verheerenden Auswirkungen des Nationalismus und rassistischer Weltbilder. Und gerade durch die Erfahrungen im Faschismus müssen wir um so dringlicher den Herrschenden auf die Hände schauen. Denn die Etablierung eines Polizeistaates, die Unterdrückung antikapitalistischer Aktionen, der virulente Rassismus und Antisemitismus in der Mitte der deutschen und europäischen Gesellschaft sind eindeutiges Zeichen dafür, dass der Kampf gegen den Faschismus noch nicht geschlagen wurde.

Dano

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