RCDS fordert Einschränkung des Wahlrechts für Arme
In einem Bericht der BILD fordert der Vorsitzende des CDU-nahen Studierendenverbandes Gottfried Ludewig (25) eine Einschränkung des Wahlrechts für all diejenigen, die seiner Meinung nach nicht die Leistungskaste dieser Gesellschaft darstellen. Da Ludewig der höchste Repräsentant des RCDS ist, spiegelt seine Meinung gleichzeitig auch die Meinung des gesamten RCDS wieder und damit verbunden ihr verkümmertes Demokratieverständnis. Wortlaut Ludewig: “Diejenigen, die den deutschen Wohlfahrtsstaat finanzieren und stützen, müssen in diesem Land wieder mehr Einfluß bekommen. Die Lösung könnte ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht sein.”
Diese Form von sozialdarwinistischen Denkmustern ist im Zeitgeist des totalitären Kapitalismus zwar nichts ungewöhnliches, zeigt uns SDSlern aber, wie wichtig es ist, dass wir als solche existieren. Einen “kühnen Vorschlag” nennt BILD die Äußerungen Ludewigs, und beweist damit dass nicht nur Ludewig, sondern auch die ein oder andere Redaktion demokratisches Prinzip nicht hinreichend verstanden hat.
Quelle: Bild.de


Glaubt mir, was unser Bundesvorsitzender da verzapft hat, ist bestimmt nicht die Meinung der Mitglieder des Verbandes.
Grüße,
Michael
Kommentar by Michael — 25. Mai 2008 @ 12:26
“Wer zahlt, schafft an”, eine uralte Weisheit. Seit jeher war es, ist es und wird es immer so sein, dass der Geldgeber bestimmt, was gemacht wird, vorallem da er durch seine Arbeitskraft und Leistung diese Mittel erarbeitet hat. Somit scheint es logisch, dass derjenige auch das Recht haben sollte, vorgeben zu können, was mit seinen Mitteln gemacht wird.
Als der deutsche Sozialstaat, dessen Ursprünge schon in der Zeit Bismarcks liegen, errichtet wurde, war es so, dass in der Gesellschaft ein Leistungsdenken vorherrschte, jeder wollte etwas erreichen, die soziale Absicherung hatte (und hat eigentlich noch immer!) nur den Zweck, in kurzfristigen sozialen Notlagen unter die Arme zu greifen.
Heute aber ist es so, dass ein immer größerer Teil der Menschen im Land diese Sozialleistungen bezieht und viele sich großteils zu schade sind, wieder einer geregelten Tätigkeit nachzugehen. Um diese stark steigenden Kosten für die Sozialleistungen aufbringen zu können, ist der Staat gezwungen, für die arbeitenden und schaffenden Bevölkerungsteile die Steuern zu erhöhen und bei diesen immer mehr Geld einzutreiben. Von diesen Steuern sind selbstverständlich die Sozialleistungsempfänger ausgenommen.
Die Bevölkerungsteile, die Arbeit und Leistung erbringen werden durch die Steuern immer mehr belastet und auch benachteiligt, da sie von den Geldern, die an die Sozialhilfeempfänger gezahlt werden, KEINERLEI Nutzen und Vorteile ziehen, was bei Steuern ja in der Regel wohl der Fall sein sollte…
Oft lohnt es sich inzwischen für ehrliche rechtschaffene Bürger nicht mehr zu arbeiten, da sie trotz dauernder Arbeit nur wenig mehr Geld bekommen als Leute, die den ganzen Tag NICHTS arbeiten, NICHTS leisten und sich regelrecht von den Ehrlichen durchfüttern lassen!
Diese nichtsschaffende Menge wählt logischerweise linksextreme Parteien, welche ihnen noch mehr Sozialleistungen und Finanzmittel versprechen – obwohl jeder klar denkende Mensch begreifen muss, dass diese Versprechungen haltlos und nicht umsetzbar sind, wenn man den Staat nicht vollends ruinieren möchte.
Dieses klare Denken ist allerdings den bildungsferneren Sozialhilfeempfängern fremd, da sie größtenteils von Anfang an nie Wert auf eine solide Ausbildung und Arbeit legen und oft auch im Stadium der Arbeitslosigkeit zum Zeitvertreib sich Alkohol- und Drogenkonsum hingeben!
Nun ist es aber so, dass durch eine immer breiterwerdende Masse an Arbeitslosen diese Parteien einen ungeheueren Zulauf bekommen und derartige Gruppierungen erschreckenderweise schon in den Landesparlamenten und sogar im Bundestag sind – obwohl sie dort auch keine vernünftigen und vor allem keine finanzierbaren
Zukunftspläne haben, lediglich weltfremde, traumtänzerische Parolen werden verkündet, um in o.g. Bevölkerungsschichten Wähler zu “rekrutieren” – wohl auch, um die eigene Macht und den eigenen Wohlstand der Parteimitglieder zu sichern…
Deshalb erscheint es nur gerechtfertigt, dass diejenigen, die für den Staat NICHTS leisten, NICHTS erbringen und stattdessen NUR FORDERN, nicht so viel Einfluss erhalten, indem ihre Stimmen im Vergleich zu den steuerzahlenden, arbeitenden Schichten weniger berücksichtigt werden, da sie ja zu den Finanzmitteln, über deren Verteilung in der Politik entschieden wird, NICHTS beigetragen haben und von diesen – von anderen erbrachten – Finanzmitteln lediglich profitieren wollen und dabei von den Parteien des linksextremen Spektrums darin unterstützt und bestärkt werden.
Natürlich soll dies keine Entmachtung dieser Bevölkerungsteile sein, einerseits behalten sie auch ihr Stimmrecht in der bisherigen Art und Weise, lediglich ehrliche Arbeit wird durch zusätzlichen Einfluss und
zusätzliches Stimmrecht honoriert und belohnt! Außerdem ist es für JEDEN Einzelnen der Geselschaft möglich,
durch Zeigen von Leistungsbereitschaft und der Aufnahme einer geregelten Arbeit den eigenen Stimmeinfluss
zu mehren und dann auch genausoviel Stimmrecht wie die übrigen Arbeitenden zu bekommen!
Es geht hier NICHT um ein Wahlrecht aufgrund von Reichtum, sondern vielmehr um Stimmvorteile für diejenigen, die einer den Staat unterstützenden Arbeit nachgehen und die nicht nur wie andere Sozialschmarotzer nur an Alkoholismus, Nikotin und Nichtstun interessiert sind und auch keinen Wert darauf legen, etwas positives zum Staat beizutragen.
Auch einfache, ehrliche Arbeiten werden in diesem Stimmrecht genauso honoriert wie hochbezahlte Akademikerjobs!
Ein totalitärer Kapitalismus – davon kann in diesem Fall überhaupt nicht die Rede sein! Es geht nicht um die Ausbeutung und Entrechtung der Arbeiter, sondern darum, dass ehrliche Arbeit sich für den Einzelnen wieder deutlich besser lohnen soll als ein dauerhaftes Schmarotzen von der Sozialhilfe ohne den Versuch, wieder eine Beschäftigung zu erlangen!
Deshalb ist es doch logisch, dass die arbeitenden Bevölkerungsteile mehr Mitspracherecht im Staat haben sollten als die Schmarotzer, die nur eigenen Vorteil aus dem Vermögen und der Arbeitskraft Anderer ziehen wollen und dabei die Unerstützung der aus Eigennutz handelnden, angeblich sozialen, linksextremen Parteien erhalten, was nur durch Stärkung der etablieren Parteien durch Mehrung des Stimmrechts deren arbeitenden Wählerkreise möglich ist.
Da aber dies nicht mit der Verfassung konform ist, soll dieses oben genannte Gedankenspiel auch NUR ein Gedankenspiel bleiben. Es soll lediglich ein paar aller möglichen Gründe aufzählen, welche den RCDS-Vorsitzenden möglicherweise dazu bewegt haben, eine derartige Äußerung von sich zu geben – und es soll die Macher und Leser dieser Seite etwas zum Nachdenken bringen, um die auf dieser Homepage propagierten Äußerungen und Artikel künftig mal zu überdenken und nicht als automatisch “wahr” und “gegeben” hinzunehmen und auch zum Nachdenken über die Gefahren des Sozial-Schmarotzertums für die Gesellschaft hinzuweisen.
K. Seltz
Kommentar by Karl Seltz — 25. Mai 2008 @ 12:40
Der Poster K. Seltz hat eine Vorstellung von Leistung und Demokratie, die ich nicht verstehen kann. Leider passt sie genau in die herrschende aber scheinbar langsam bröckelnde Ideologie. Ein Abbau des Demokratischen Wahlrechts, für welches mutige Menschen, egal ob Liberale, Demokraten, Sozialisten und Kommunisten, Sozialdemokraten gekämpft haben, wofür Menschen gestorben sind, wird jetzt von einem sich als “demokratische” bezeichnenden Studierendenverband in Frage gestellt. Die Forderung ist nicht Demokratisch, sondern zeugt von der barbarischen und sozialdarwinistischen Egomentalität, einer unaufgeklärten Konservativen, die jegliche Fähigkeit zur objektiven Analyse der verhältnisse verloren hat. Selbst die Kirchen und religiöse Vertreter (Christlich ist ja schließlich auch ein Bestandteil des RCDS) prangern die soziale Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft an.
Hier wird aber schön im Tone des Faschismus vom Sozial-SChmarozertum gewarnt, sozialbedürftige, durch die kapitalistische Profitlogik bedürftig gemachte Menschen, mit Tieren und niederen Lebewesen verglichen. Der K. Seltz ist ein Beweis dafür, dass der RCDS nicht nur ein Klub von Konservativen ist, sondern offen faschistische Rhetorik benutzt. Das Bild des Assozialen wird hier mit all seinen Klischees und mit allen Verunglimpfungen, mit allen Halbwahrheiten gemalt und ich hoffe für den RCDS, dass solche Elemente keinen Platz haben bei ihnen. Solche Meinungen und Ansichten führten im 3. Reich zur Verfolgung von angeblich asozialen und arbeitsunwilligen, solch eine IDeologie wirkt zersetzend auf die Einheit der Lohnabhängigen Menschen und gehört auf den Sondermüll der Geschichte.
Das in Deutschland auch Erwerbslose abhängig sind von Lohnarbeit und nur ein kleiner Teil von ihnen Leistungen tatsächlich missbrauchen, dass ein Heer von Ein-Euro-Jobbern, Hartz4-Empfängern, (Teil-)Zeitarbeitern und Leiharbeitern, dass alleinstehende Mütter harte Arbeit leisten durch Kindererziehung, dass die Leistung dieser Menschen gegenüber anderen Leistungsträgern als minderwertig angesehen wird ist chauvinistisch und in höchstem Maße unsolidarisch. Diese Menschen sind genauso Leistungsträger dieser Gesellschaft wie es ein Selbständiger, ein Akademiker oder ein Manager sind.
Ich halte es eher für Fragwürdig, dass in Deutschland ein kleiner abgeschlossener Teil der Gesellschaft soviel Kapital akkumuliert, dass er dementsprechend auch viel in den solidarischen Sozialstaat einzahlt (Starke Schulter müssen eben mehr tragen). Die Basis dieser kapitalmäßigen Leistungskraft ist die Lohnarbeit anderer Menschen, es ist der eingesackte Mehrwert, den sich Manager, Chefs und irgendwelche Berater selbst in die Tasche stecken und es am Ende als ihres ausgeben.
Steuerzahlende, arbeitende Schichten – was ist das denn? Jeder Mensch in Deutschland zahlt Steuern und arbeitet – hat mal gearbeitet, wird mal arbeiten oder ist wegen Krankehit nicht in der Lage zu arbeiten. Der Poster versteht einfach den Sinn des Sozialstaats nicht. Er soll die MEnschen dazu befähigen sich zu freien und emanzipierten Individuen zu entwickeln, er ist dazu da, dass unsere Kinder mal in Schule gehen können, dass wir auf den Straßen fahren könne, dass es Hallenbäder gibt, dass Alte und Mnschen mit Behinderung hier in Würde leben können etc etc.
Ein Subjekt in einer Demokratie wird nicht bemessen nach seinem Einkommen oder seiner sozialen oder ethnischen Herkunft. Jeder Mensch hat das Recht sich politisch zu artikulieren, sich aktiv und passiv an Wahlen zu beteiligen. Wer das in Frage stellt ist ein Feind der Verfassung und sollte vom VErfassungsschutz kontrolliert werden.
Ich glaube eher, dass der Wind wo anders her weht. Wie der Poster schon anklingen lässt, geht es hier um die Bekämpfung der Linkspartei, da man wohl nicht in der Lage ist, ihr politisch Paroli zu bieten, weil man lieber versucht Demokraten mundtot zu machen, statt selber demokrat zu sein. Der RCDS als CSU-Kaderaufbau wirkt hier ganz im Sinne der herrschenden Parteien und ist ein beweis für die Angst der etablierten vor einer ernsthaften veränderung in Deutschland, die momentan tatsächlich passiert. Daher ist es wichtig diese Kampagne zu diskutieren, damit auch jedem klar wird, wem er in Zukunft die Stimme bei Wahlen gibt: Freunden oder Feinden der Demokratie.
MsG
Dano
Kommentar by Dano — 25. Mai 2008 @ 21:46
Der nächste Schritt, wäre dann, das Wahlrecht für Vorstandsvorsitzende, Manager und Besitzer größerer Unternehmen etc. zu vervielfältigen, bzw. von der Steuerhöhe abhängig zu machen – freie Fahrt in den totalitären Staat! Man kann sich dann in Zukunft, die Macht kaufen.
Gott sei Dank sind solche totalitären Phantastereien nicht verfassungskonform und noch haben wir ja einen funktionierenden Rechtsstaat.
Diese RCDS sollte sich aber mal Gedanken machen, was für einen Vorsitzenden sie da hat. Eine demokratische Gesinnung kann man ihm nicht wirklich nachsagen.
Aber was rede ich, das alte Griechenland, das Geburtsland der Demokratie war in dieser Hinsicht natürlich ein gutes Vorbild, auch da hatten schließlich Frauen und Sklaven kein Wahlrecht.
Darüberhinaus erürbrigen sich fromme Wünsche, nach mehr Demokratie in der ganzen Welt, sind doch ein Großteil der Menschheit, soweit von jeglicher Ökonomischer Wertschöpfung entfernt. ‘Da sollten die doch eh nix zu sagen haben.’
Und da in Deutschland mittlerweile jedes 6. Kind in Armut groß wird und die Chancen schlecht stehen, könnte man doch gleich ein Kastenwesen nach indischem Vorbild einführen.
Na, ja – aber wer weiß? Die Zeiten ändern sich.
Kommentar by Yvonne — 26. Mai 2008 @ 06:57
Es wird zurückgerudert.
Die Junge Union im Saarland stellt sich nun offen gegen den RCDS-Chef Ludewig und nennt den Vorschlag “rechtswidrig und schwachsinnig”. Schon davor haben Linksjugend, Grüne und Jusos die Forderungen des RCDS als “demokratiefeindlich” bezeichnet, was nun auch nach langem Warten bei der Jugendorganisation der Konservativen Partei angekommen ist.
http://www.pr-inside.com/de/ju-saar-distanziert-von-ludewig-vorschlag-zum-r608216.htm
Kommentar by Dano — 26. Mai 2008 @ 14:36