PM: SDS Bamberg
Universität handelt seit 20 Jahren rechtswidrig
In Bamberg wird es künftig keine offiziellen Hochschulgruppen mehr geben. Das seit 20 Jahren praktizierte Anerkennungsverfahren für Hochschulgruppen der Universität Bamberg ist rechtswidrig. Dies hat eine “rechtsaufsichtliche Überprüfung” des bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst ergeben. “Den studentischen Vereinigungen kommen eigene Rechte und Pflichten nicht zu.”, so das Ergebnis des Staatsministeriums. Den bayerischen Universität ist es damit generell untersagt, Hochschulgruppen einem Anerkennungsverfahren zu unterziehen und diesen bestimmte Rechte zuzugestehen.
Verfassungsschutz als Auslöser
Die ständige Vertreterin der Kanzlerin, Marianne Schmitt-Huhn, geht laut der Bamberger Studentenzeitschrift Ottfried1 davon aus, dass die plötzliche Prüfung durch den Verfassungsschutz ausgelöst wurde. Dieser Meinung ist auch der sozialistisch-demokratischen Studierendenverband (SDS). Nach dessen, im Oktober 2007 eingegangenen, Antrag auf Anerkennung wurden keine Hochschulgruppen mehr zugelassen. Erst einen Monat früher wurde noch dem Antrag des globalisierungskritischen Netzwerks attac stattgegeben. “Es ist mehr als seltsam, dass diese Praxis direkt nach unserem Antrag überprüft wird, und das nachdem sie 20 Jahre lang angewandt wurde. Dies ist ein offensichtlicher Beweis dafür, wie die CSU entgegen allen demokratischen und rechtsstaatlichen Gepflogenheiten das Staatsministerium und den Verfassungsschutz parteipolitisch instrumentalisiert!”, so ein Vertreter des SDS.
Unileitung am Zug
Nun liegt es an der Universitätsleitung mit diesem Ergebnis umzugehen, und den Umgang mit nun inoffiziellen Hochschulgruppen neu zu regeln. Die Sozialisten vom SDS sehen das Ergebnis der juristischen Prüfung zwiespältig: “Einerseits kann es dadurch keine, zumindest formelle, rechtliche, Benachteiligung des SDS mehr geben. Andererseits wäre es auch uns lieber gewesen schlicht als Hochschulgruppe anerkannt zu werden. Wir befürchtet, dass die Möglichkeiten für Hochschulgruppen an der Universität aktiv zu sein durch die Abschaffung des offiziellen Hochschulgruppenstatus eingeschränkt werden.” Der SDS fordert, dass die Universität ihre gegebenen Möglichkeiten nutzt, um das Engagement studentischer Gruppierungen weiterhin bestmöglichst zu fördern, beispielsweise durch das zur Verfügung stellen von Räumlichkeiten. Auch wenn Hochschulgruppen nun keine Rechte mehr haben, auf freiwilliger Basis kann die Universität diesen weiterhin entgegenkommen. Dies dann aber, darauf wird die sozialistische Hochschulgruppe achten, natürlich gleichermaßen für alle Hochschulgruppen, egal ob RCDS oder SDS.Â
21.11.2008 /www.bamberg.
 










