25. Juni 2010

Konvent verweigert Votum

Filed under: Allgemein,Hochschulpolitik — Daniel @ 18:48

SDS begrüßt Konventsentscheidung

Mit großer Mehrheit beschloss der studentische Konvent der Universität Regensburg kein Votum zu den Verwendungsvorschlägen der Studiengebühren abzugeben. Da ein solches Votum allerdings obligatorisch ist, um die Studiengebühren an die universitären Institutionen verteilen und legitim ausgeben zu können, hat die Hochschulleitung nach aktuellem Stand keine Möglichkeit über die Mittel für das kommende Wintersemester zu verfügen.

Nachdem auf der öffentlichen Gruppensitzung des SDS am Montag bereits festgelegt worden war, dass SDS-Konventsvertreterin Katja Ertl sich nicht an der Abstimmung beteiligen werde, beschloss der Konvent am 24.06.2010 mit großer Mehrheit die Abstimmung erst gar nicht stattfinden zu lassen. Die Unzufriedenheit über die momentane Hochschulpolitik sei im Konvent spürbar, so Ertl. Man sehe die Rolle des Konvents nicht darin, Missstände zu verwalten, sondern Politik im studentischen Interesse zu machen. Dies sei mit der heutigen Entscheidung gelungen. Bisher wurde das Studierendenparlament jedes Semester genötigt, zu den Vorschlägen zur Verwendung der Studiengebühren Stellung zu nehmen. Dabei kam es in der Vergangenheit immer wieder dazu, dass selbst einstimmige Voten des Konvents von der Hochschulleitung übergangen wurden. „Die Hochschulleitung interessiert einzig und allein die Existenz eines Votums. Ob der Konvent für oder gegen einzelne Verwendungsvorschläge gestimmt hat, ist dem Rektor und seinen Leuten egal.“, erklärt Ertl. Aus ihrer Sicht sei nun die Hochschulleitung am Zug und nur eine grundlegende Senkung der Studiengebühren auf 300€ könne den Konvent noch umstimmen. „Alles andere wäre aus meiner Sicht Verrat an den Studierenden!“

Dass eine Senkung der Studiengebühren möglich ist, hat nicht nur die Hochschule Regensburg jüngst gezeigt, sondern auch die Studierenden der Universität haben dies bereits nachgewiesen: „Nach gründlicher Prüfung ist eine Senkung der Studiengebühren auf das gesetzliche Minimum von 300€ leicht möglich.“, so Anna-Lena Schnaudt, Mitglied der AG Studiengebühren. „Wir haben eine lange Liste von Posten, welche nicht in die Verbesserung der Lehre fließen“, erläutert Schnaudt. Von der Subvention der Forschung bis hin zum Ausgleich von bisher staatlichen Mitteln, gibt es zahlreiche Posten, die nicht von Studierenden finanziert werden dürften. Aus dieser Fehlverwendung ergebe sich der Spielraum für eine sofortige und nachhaltige Senkung der Studiengebühren.

Besonders erfreut zeigten sich die Mitglieder der SDS-Hochschulgruppe über die vom Konvent verabschiedeten Begründung der Entscheidung. Der Konvent argumentiert hier klar und stichhaltig, dass es nicht um schlichte Symbolpolitik handelt, sondern um entschlossenes, konsequentes Handeln im Sinne der Studierenden. Laut Ertl steht es außer Frage, dass der SDS auch weiterhin auf allen Ebenen gegen Studiengebühren kämpfen werde. Studiengebühren seien unsozial, wirtschaftlicher Unfug und verbesserten die Lehre nicht. Aus diesem Grund sei die Abschaffung die einzige Option. „Wir werden im Konvent auch weiterhin entschlossen gegen die Studiengebühren agieren und über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten. Der erste Schritt hierfür wurde gestern gemacht“, zeigt sich Hans-Peter Dantscher, designiertes SDS-Konventsmitglied, zuversichtlich.

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2 Kommentare »

  1. Muss ich euch absolut zustimmen – war eine vernünftige entscheidung.
    Die Studiengebühren sind viel zu hoch und werden für teilweise echt sinnlose Sachen rausgehauen.

    Kommentar by Stefi — 28. Juni 2010 @ 19:26


  2. Regensburg Digital
    zu diesem Thema

    Kommentar by Daniel — 1. Juli 2010 @ 17:08

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