Hamburger lehnen Primarschule ab
Schulreform in Hamburg gescheitert
Beim Volksentscheid in Hamburg hat sich eine Mehrheit gegen die Einführung einer Primarschule ausgesprochen. Somit ist das Herzstück der Schulreform gescheitert, da das Ergebnis des Volksentscheides bindend ist.
Offensichtlich wollten viele BürgerInnen ihre Bildungsprivilegien behalten und haben sich deswegen gegen eine Schulform ausgesprochen, in welcher die Schüler länger gemeinsam lernen und die Selektion der Schüler nicht schon nach der 4.Klassestufe vollzogen wird.
Wir aus Bayern hätten uns erhofft, dass mit der Einführung der Primarschule in Hamburg ein Signal auf ander Bundesländer ausgegangen wäre. Alle Studien belegen, dass es völlig sinnfrei ist, 10jährige SchülerInnen nach scheinbaren Leistungskriterien auf verschiedene Schultypen zu verweisen.
Unsere Genossinnen und Genossen aus Hamburg haben sich in einem empfehlenswerten Artikel mit dieser Problematik auf ihrer Internetseite genauer auseinandergesetzt:
Oberschicht grüßt Unterschicht – Unsere Schule wollen sie nicht











Letzte Woche war auf der Titelseite der ZEIT noch ein Artikel der sich gegen die Schulreform aussprach. Jetzt haben sie einen Kommentar veröffentlicht, in dem der Ausgang der Abstimmung mit Besorgnis betrachtet wird:
“Wir müssen die abgehängten Schichten zurückholen. Zuallererst in der Bildung. Nicht nur mit Geld. Und es wird nicht reichen, dieses Problem der frühkindlichen Erziehung und gemeinnütziger Hartz-IV-Arbeit zu überlassen. Wenn wir selbst – und die Kinder – nirgendwo mehr den Armen begegnen; wenn wir nur noch aus dem Fernsehen erfahren, was sie denken, dann werden Historiker unsere Zeit einmal als jene kennzeichnen, in der die Rückkehr zum Frühkapitalismus begann.”
http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2010-07/schulreform-verantwortung?page=all
Kommentar by Lukas — 20. Juli 2010 @ 14:12