Der SDS Regensburg hat beschlossen, bei den im Sommersemester 2011 anstehenden Hochschulwahlen nicht anzutreten.
Wir sind der Ansicht, dass unter den gegebenen Voraussetzungen, also ohne eine von uns geforderte verfasste Studierendenschaft, jegliche Arbeit im Konvent sinnlos und zum Scheitern verdammt ist. Der studentische Konvent stellt in seiner jetzigen Verfassung bestenfalls eine Gesprächsrunde zum Austausch einzelner StudentInnen, aber kein ernstzunehmendes Gremium, welches tatsächlich über ein Mitbestimmungsrecht verfügt, dar.
Der SDS Regensburg kann und will sich an einer solch offensichtlichen Scheindemokratie nicht weiter beteiligen.
Mit dem Wissen der derzeitigen Ohnmacht der studentischen Gremien, wäre ein Antritt zur nächsten Hochschulwahl, ein weiterer Wahlkampf in welchem den Studierenden ein weiteres mal die gleichen Versprechen gemacht werden, die ein weiteres mal nicht im Ansatz erfüllt werden können, nicht mit unserem Selbstverständnis in Einklang zu bringen und gegenüber den WählerInnen schlichtweg blanker Hohn.
Der SDS Regensburg sieht ferner keinen Nutzen, sich bei der „Arbeit“ im SprecherInnenrat aufzureiben, da auch dessen Mitbestimmungsrecht und Möglichkeiten stark limitiert sind. Es ist weierhin nur konsequent, sich als Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband nicht an den alljährlichen, uns so verhassten ‚Deals’ zu beteiligen. Wo im Hinterzimmer Mehrheiten beschafft und nach Gutdünken einiger weniger munter Pöstchen hin- und hergeschoben werden, sehen wir den SDS Regensburg fehl am Platze.
Der SDS Regensburg wendet sich mit dieser Entscheidung keineswegs von der Hochschulpolitik ab, im Gegenteil, wir stehen mehr denn je für eine verfasste Studierendenschaft, für wirkliche Demokratie und ein wirkliches Mitspracherecht der StudentInnen ein. Wir wollen nicht weiter zulassen, dass die Arbeit der Studierenden in festgefahrenen Strukturen und höchst lächerlichen Gremien versandet und stattdessen neue Wege finden, studentischen Belangen eine Stimme zu geben, neue Strukturen zu etablieren und den Studierenden so eine Alternative zum jetzigen, in jeglicher Hinsicht unbefriedigenden und frustrierenden Zustand zu geben.
Für eine radikale Demokratie an Bayerns Hochschulen!